Auf der Spur des Endlagerstandorts: Deutschlands geologische Suche
Die Suche nach einem geeigneten Endlager für Deutschlands Atommüll hat eine bedeutende Eingrenzung erfahren. Die Experten der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) haben die potenziellen Regionen für die unterirdische Lagerung auf ein Viertel der Fläche der gesamten Bundesrepublik reduziert. Diese Selektion basiert auf den derzeit als geeignet bewerteten geologischen Bedingungen oder jenen Gebieten, welche noch keiner umfassenden Bewertung unterzogen wurden. Besonders in den nördlichen Bundesländern, aber auch im Süden der Republik, gibt es noch zahlreiche Regionen, die für ein Endlager infrage kommen.
Bis Ende 2027 plant die BGE, konkrete Regionenvorschläge für die oberirdische Erkundung zu präsentieren. Die letzte Entscheidung darüber, welche Regionen tatsächlich erkundet werden sollen, liegt allerdings in den Händen des Gesetzgebers. Bis zum Jahr 2050 soll der endgültige Standort feststehen. Das angestrebte Endlager soll eine sichere Aufbewahrung von ca. 27.000 Kubikmetern hochradioaktiver Abfälle garantieren – ein Vermächtnis aus über sechs Jahrzehnten Atomenergienutzung in Deutschland. Diese Abfälle lagern derzeit in sechzehn oberirdischen Zwischenlagern verteilt über verschiedene Bundesländer. Im April 2023 wurden die letzten deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet, was den Abschied von der Atomenergie endgültig besiegelte.

