ATX bleibt stabil: Kleines Plus trotz glanzloser Impulse

Der Wiener ATX setzte am Dienstag seine Rekordrally mit zögerlicher Begeisterung fort. Nach anfänglichen, moderaten Gewinnen schrumpften diese wieder zusammen und der Verband schloss mit einem marginalen Plus von 0,04 Prozent bei 5.173,28 Punkten. Zwischenzeitlich hatte der Index kurz die 5.200-Punkte-Marke überschritten. Auch für den ATX Prime ging es bescheiden um 0,04 Prozent auf 2.569,99 Punkte voran, während in ganz Europa überwiegend Abgaben zu beobachten waren.
Die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten zeigten sich als durchwachsen und bekräftigten die Erwartungen einer bevorstehenden Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed, vermochten jedoch keine nennenswerten Marktbewegungen hervorzurufen. Christoph Balz, Ökonom bei der Commerzbank, merkte an, dass der Arbeitsmarkt in den USA weiterhin Anzeichen einer langsamen Abkühlung zeige. Die Erhöhung der Arbeitslosenquote könnte dazu führen, dass die Fed künftig verstärkte Aufmerksamkeit auf den Arbeitsmarkt lenkt, insbesondere da der abgeschwächte Lohnzuwachs keinen zusätzlichen Inflationsdruck erwarten lässt.
Neben dem Marktgeschehen behielten Investoren weiterhin die Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs im Auge. Während nach Gesprächen im Berliner Kanzleramt sowohl aus Kiew als auch Washington optimistische Stimmen zu hören waren, zeigte Moskau keinerlei Änderung seiner bisherigen Position.
Unternehmensnachrichten waren am Dienstag rar gesät. Rückenwind erhielt der ATX jedoch von gewichtigen Aktien wie der Erste Group, die im positiven europäischen Finanzumfeld um 1,5 Prozent zulegte. Andritz konnte ebenfalls Zuwächse von 2,1 Prozent verzeichnen, während Wienerberger um 3,7 Prozent anstieg. Dennoch erlitten Titel wie Verbund, BAWAG und OMV Verluste von bis zu 2,3 Prozent.
Ein besonderer Fokus lag zudem auf Analysteneinschätzungen: So stiegen die Aktien der RBI nach einem "Outperform"-Rating von Oddo BHF um 0,4 Prozent. Im Gegensatz dazu mussten SBO im schwachen Branchenumfeld herbe Einbußen von 2,5 Prozent auf 27,20 Euro hinnehmen, nachdem die Wiener Privatbank ihren fairen Wert für die Aktie gesenkt hatte. Trotz dieser Anpassung blieb das "Kaufen"-Votum von Analyst Nicolas Kneip für den Ölfeldausrüster bestehen.

