Asset Manager in der Zwickmühle: Missverständnisse bei Aktionärstreffen
Die beiden größten Vermögensverwalter der Welt, BlackRock und Vanguard, haben ihre Treffen mit Unternehmenschefs in diesem Jahr deutlich reduziert. Grund dafür sind neue Richtlinien der US-Börsenaufsicht SEC, die Diskussionen über Themen wie Klimawandel und Diversität erschweren. Die im Februar eingeführten Leitlinien unter der Leitung von Mark Uyeda, einem von Ex-Präsident Donald Trump ernannten Kommissar, waren Teil einer Reihe von republikanischen Bemühungen, unternehmerische Maßnahmen zu klimabezogenen Offenlegungen und der Rolle von Proxy-Beratern zu reduzieren.
BlackRock und Vanguard verzeichneten im Vergleich zu den Vorjahreszeiträumen Rückgänge bei den Treffen um 28% beziehungsweise 44%. Experten wie der ehemalige BlackRock-Manager Peter da Silva Vint berichten, dass die Richtlinien Gespräche zwischen Aktionären und Managern vor Vorstandswahlen über politisch weniger kontroverse Themen wie Direktorenposten oder das Gehalt der Geschäftsführung erschwert haben. Investmentgesellschaften tendieren dazu, in einem "Zuhörmodus" zu Meetings zu erscheinen, was Unternehmen vor unerwarteten kritischen Abstimmungen stellen könnte.
Vanguards jüngster Bericht zeigt einen Rückgang der Treffen mit 356 Unternehmen weltweit im Zeitraum von April bis Juni dieses Jahres, verglichen mit 640 im Vorjahr. Auch BlackRock, welche sich auf 2.584 Meetings weltweit im Jahr 2025 beruft, vermied es, Details über das Abstimmungsverhalten preiszugeben. Die neuen SEC-Richtlinien fordern komplexere Formulare, um bedeutende Beteiligungen zu dokumentieren, wenn auf das Management Druck ausgeübt wird. Dieses Klima legt Unternehmenslenkern Stolpersteine in den Weg, was durch die Aussagen von Paul Washington, Geschäftsführer der Society for Corporate Governance, untermauert wird. Washington merkt an, dass mehr als ein Viertel seiner Mitglieder ein schwierigeres Umfeld für Aktionärsengagements erlebt hat.

