Assassin’s Creed Shadows (PC) – Game Review

18. März 2025, 20:55 Uhr · Quelle: DailyGame.AT
Assassin’s Creed Shadows ist der neueste Ableger der Assassin’s Creed-Reihe, der von Ubisoft entwickelt und veröffentlicht wird. Das Spiel wird am 20. März auf den Markt kommen und wird von vielen Fans heiß erwartet.

Es ist eine Weile her, dass ich ein Spiel aus dem AC-Universum gespielt habe – so lange, dass ich den ersten und zweiten Teil gespielt habe und das Franchise in der Mitte des dritten Teils aus den Augen verlor. Nach vielen Höhen und Tiefen, die das Franchise über die Jahre durchgemacht hat, war ich erstmals wieder sehr gespannt auf einen Ubisoft-Titel. Japanisches Mittelalter als Thematik zu wählen, kann durchaus nach hinten losgehen. Vor allem, da viele sicherlich Vergleiche zwischen AC Shadows und Ghost of Tsushima ziehen werden, was man allerdings vermeiden sollte. Zwar spielen beide Titel in einem Zeitalter der Samurai, jedoch gehen sie das Ganze aus unterschiedlichen Richtungen an.

Assassin’s Creed Shadows (c) Ubisoft

Assassin’s Creed Shadows (c) Ubisoft

Assassin’s Creed Shadows schickt uns in die Sengoku-Ära (circa 1467 bis 1568), in der Japan teilweise ohne Shogun dastand und unter den mächtigen Daimyos aufgeteilt war, die wiederum um die Gesamtherrschaft Japans stritten. Darum nennt man diese Ära auch „Zeit der streitenden Länder“. Ubisoft hat die Ereignisse dieser Ära genommen und ihre eigene Geschichte darin eingeflochten und angepasst. Wir treffen mit den beiden Protagonisten Naoe und Yasuke auf diverse Figuren dieser Zeit, darunter Oda NobunagaAkechi Mitsuhide oder Tokugawa Ieyasu. Wer sich mehr für die Geschichte der Sengoku-Ära interessiert, dem kann ich die Netflix-Doku Zeitalter der Samurai: Kampf um Japan ans Herz legen.

An diesem Punkt sollte erwähnt sein, nicht zu hart über diverse Fehler und Anomalien zu urteilen. Zum Beispiel basieren viele Informationen über Yasuke überwiegend auf Spekulationen. Er stand zwar an Nobunagas Seite, doch es gibt nicht viele verlässliche Dokumentationen über ihn und sein Leben unter dem Daimyo. Das gab Ubisoft Freiraum zur Interpretation. Man merkt dem Spiel an, dass sich die Entwickler intensiv mit der japanischen Geschichte und Kultur auseinandergesetzt haben. Dass dabei nicht unbedingt alles stimmt, sollte man gelassen hinnehmen können.

Assassin’s Creed Shadows (c) Ubisoft

Assassin’s Creed Shadows (c) Ubisoft

Ein Samurai und eine Shinobi

Shadows ist nicht das erste Assassin’s Creed-Spiel, das zwei Protagonisten mitbringt. Dieses Mal haben wir Naoe und Yasuke, die sich durch Oda Nobunagas Aufstieg und Fall zu einem Bündnis zusammenschließen. Gemeinsam machen sie Jagd auf die Mitglieder des wahren Bafuku, die Naoes Vater getötet und ihr ein Kästchen geraubt haben, das sie eigentlich verteidigen sollte. In den ersten Spielstunden spielen wir bevorzugt Naoe, die Gleichgesinnte zu einem Bündnis vereint und die ersten Mitglieder des Bafuku tötet. Später schließt sich Yasuke ihr an und unterstützt sie bei ihrem Vorhaben.

Nachdem sich die beiden zusammengeschlossen haben, können wir nach Belieben zwischen ihnen wechseln und so ihre Vorteile nutzen. Naoe ist als Shinobi geübt darin, sich einzuschleichen und aus dem Schatten heraus anzugreifen. Sie ist schnell und wendig. Yasuke als Samurai hingegen bringt Kraft mit. Er kann hervorragend mit dem Katana umgehen, aber auch Schusswaffen und Bogen für sich nutzen. Er ist stark und richtet im Kampf viel Schaden an. Beide können zwei Waffen anlegen und zwischen ihnen im Kampf wechseln. Für welche Waffen man sich entscheidet, liegt am bevorzugten Spielstil. Der Bogen ist zum Beispiel deutlich leiser als ein Teppou.

Assassin’s Creed Shadows (c) Ubisoft

Assassin’s Creed Shadows (c) Ubisoft

Eine tolle Welt

Eins muss man Ubisoft lassen: Sie haben sich wirklich Mühe gegeben beim Design der Welt. Es sieht wirklich toll aus, das muss man neidlos zugeben. Die Map ist, wie von einem AC-Spiel gewohnt, sehr groß mit vielen Dingen, die entdeckt werden können. Dafür sollte man sich auch die Zeit nehmen. Natürlich kann man sich auf die Hauptmissionen konzentrieren, wird aber bald merken, dass man ohne Erkunden nicht weit kommen wird.

Über die ganze Welt sind verschiedene Einrichtungen und Ereignisse verteilt. In Tempeln können wir Schriftrollen suchen und beten, was vor allem eines bringt: Wissenspunkte. Durch das Sammeln von EP steigen wir in unserer Stufe auf, was dann Erkenntnispunkte freischaltet. Mit den Erkenntnispunkten können wir die Fertigkeiten von Naoe und Yasuke erweitern. Allerdings sind höhere Fertigkeiten durch die Wissensstufe geblockt. Um diese zu erhöhen, benötigt man die Wissenspunkte. Ansonsten hortet man ab einem bestimmten Punkt die Erkenntnispunkte, ohne sie nutzen zu können. Das Spiel zwingt einen also immer ein bisschen, sich umzusehen.

Assassin’s Creed Shadows (c) Ubisoft

Das gilt auch für Nebenquests. Durch diese erhalten wir nämlich eine ganze Menge an EP, Erkenntnispunkten und anderen Belohnungen wie Waffen und Ausrüstung. Bei der toll gestalteten Welt wäre es auch echt schade, sich einfach stumpf durch die Hauptstory zu schlagen.

Tag und Nacht, Sommer und Winter

Etwas Spannendes, das mir gut gefallen hat, ist das Zeitsystem im Spiel. Wir haben einen Tag- und Nachtzyklus zur Verfügung, und auch die Jahreszeiten ändern sich regelmäßig. Wir rotieren also immer wieder durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Das passiert automatisch, kann aber auch erzwungen werden. Denn wenn eine neue Jahreszeit beginnt, setzen sich einige Teile im Spiel zurück. Zum Beispiel sind Gebiete, die wir aufgeräumt haben, dann wieder besetzt. Das hat mich hin und wieder schon etwas genervt, aber so gehen einem nie die Feinde aus, und Ressourcen werden ebenfalls keine Mangelware.

Assassin’s Creed Shadows (c) Ubisoft

Assassin’s Creed Shadows (c) Ubisoft

Zudem setzen sich auch unsere Spione mit dem Jahreszeitenwechsel zurück. Diese sind wichtig und können genutzt werden, um bestimmte Ziele für Quests auf der Karte zu finden, aber auch um größere Mengen an Ressourcen aus Burgen und besetzten Gebieten zu schmuggeln. Aber jeder Spion kann nur eine Aufgabe haben, weswegen es gut ist, dass man auch eigenhändig einen Wechsel der Jahreszeiten herbeiführen kann. Im Übrigen ändert sich auch das Wetter regelmäßig, wobei Regen durchaus sehr vorteilhaft ist, um sich besser zu verstecken.

Eure Spione können durch den Ausbau eurer Basis im Übrigen erweitert werden – noch ein weiterer Grund, warum es sich durchaus lohnt, nach Ressourcen zu suchen. Allgemein ist AC Shadows sehr spielerfreundlich. Ich tue mich gerne schwer mit offenen Welten, vor allem, wenn ich Missionsziele nicht finde. Doch dank des Fährtensuchers wird man zu seinem markierten Ziel geführt, und die Spione helfen dabei, Ziele auf der Karte aufzudecken. Ressourcen werden im Übrigen durch den Fokusblick (alias „Beobachten“) hervorgehoben. Geht ihr mit dem Fadenkreuz über diese Punkte, bleiben sie sichtbar, selbst wenn ihr die entsprechende Taste nicht mehr gedrückt habt. Das gilt auch für Ziele von Missionen und starke Gegner bei der Infiltration.

Assassin’s Creed Shadows (c) Ubisoft

Assassin’s Creed Shadows (c) Ubisoft

Sequenzen nur mit 30 FPS?

Schon in Final Fantasy 16 ist mir aufgefallen, dass dort Zwischensequenzen auf 30 FPS laufen. Bei Assassin’s Creed Shadows ist das ebenfalls der Fall. Das verwundert mich, denn das Spiel läuft ohne Einbrüche auf soliden 60 FPS – und das auf meinem Mittelklasse-PC. Allgemein konnte ich so gut wie keine Bugs verzeichnen. Das Einzige, was mir hin und wieder passiert ist, ist, dass ein Gegner sich weigerte, nach einem Attentat zu sterben. Der stand dann einfach wieder auf und konnte nochmal gekillt werden. Meistens blieb er dann auch nach dem zweiten oder dritten Versuch liegen. Doch diese Ereignisse kann man an einer Hand abzählen, und sicherlich werden noch ein paar Dinge mit einem Day-1-Patch angepasst werden.

Es gibt noch so viel mehr

Natürlich besteht das Spiel nicht nur daraus, einfach durch die Gegend zu laufen, Missionen zu erledigen und Punkte zu sammeln. Es macht zwar einen Großteil des Gameplays aus, doch es gibt noch andere kleine Tätigkeiten, für die man Ausschau halten sollte. So können Naoe und Yasuke Hunde und Katzen streicheln, die im Kodex in ihren unterschiedlichen Formen aufgenommen werden. Wer fleißig Missionen erledigt, Kisten durchsucht und einkaufen geht, der kann nach und nach auch andere Tiere freischalten, wie Ochsen und Fasanen zum Beispiel. Es ist ein kleines Gimmick im Spiel, aber ich liebe sowas ja. Und dies ist nur eins von vielen kleinen Aktivitäten, die es zu finden gibt.

Fazit zu Assassin’s Creed Shadows

Ich finde das Spiel absolut gelungen und wurde sehr positiv von Ubisoft überrascht. Das Franchise hat ja durchaus über die Jahre seine Höhen und Tiefen gehabt. Doch Assassin’s Creed Shadows macht Spaß, sieht toll aus und läuft ohne viel Ruckeln und Meckern. Mit der Sengoku-Ära hat das Entwickler-Team zudem eine ereignisreiche Zeit ausgesucht und die Geschichte von Naoe und Yasuke sehr gut darin eingearbeitet. Zwar kann einen der Umfang etwas erschlagen, doch Langeweile kam bei mir nie auf. Vor allem, da durch die vielen kleinen Hilfestellungen es nie wirklich zu Frustrationen kam. Klare Empfehlung für Fans des Franchises und auch jene, die Spaß an Titeln wie Ghost of Tsushima und Rise of the Shinobi hatten.

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