Ashes of Creation: Director Steven Sharif tritt aus Protest zurück während das Studio massenhafte Entlassungen anordnet
Das seit Jahren in Entwicklung befindliche MMORPG Ashes of Creation steckt in einer existenziellen Krise: Director Steven Sharif hat seinen Posten „aus Protest“ niedergelegt, nachdem das Board von Intrepid Studios Entscheidungen traf, die er „ethisch nicht unterstützen konnte“. Kurz darauf folgte die komplette Senior-Führungsebene, während das Board WARN Act-Kündigungen für Massenentlassungen aussprach. Margaret Krohn bestätigte auf LinkedIn die Team-Entlassung. Steam untersucht bereits Refund-Anfragen für Early-Access-Käufer, während die Reviews auf „Mostly Negative“ abgestürzt sind.
Kontrollverlust führt zu ethischem Dilemma
„Die Kontrolle über das Unternehmen verschob sich von mir weg, und das Board begann Aktionen zu steuern, denen ich ethisch nicht zustimmen oder die ich durchführen konnte“, schrieb Sharif auf dem offiziellen Ashes of Creation Discord-Server. Seine Resignation kam nicht leichtfertig: Statt seinen Namen und seine Autorität für Entscheidungen zu leihen, die er moralisch ablehnte, wählte er den Rückzug als Statement. Die Kettenreaktion folgte umgehend – die meisten Senior-Leads verließen ebenfalls das Studio, woraufhin das Board die WARN Act-Notices ausstellte und Massenentlassungen ab dem 2. Februar 2026 ankündigte. „Ich kann verantwortungsvoll nicht zu weiteren Details sprechen aufgrund laufender rechtlicher und Governance-Angelegenheiten“, erklärte Sharif diplomatisch, fügte aber hinzu: „Die Entwickler und Mitarbeiter handelten in gutem Glauben und verdienten besser als die Unsicherheit, der sie jetzt gegenüberstehen.“
Community-Managerin Margaret Krohn bedankt sich bei Fans
Margaret Krohn, eine Schlüsselfigur in der Community-Kommunikation von Ashes of Creation, drückte auf LinkedIn ihre Fassungslosigkeit aus: „Wie das alles endete… Ich habe wirklich keine Worte. Es war nicht, was ich erwartet habe.“ Sie dankte der leidenschaftlichen Community für ihre jahrelange Unterstützung während des langen Entwicklungszyklus: „Ihr seid einige der passionierertesten, engagiertesten Spieler, die ich jemals in dieser Industrie gesehen habe. Ich wünschte wirklich, ich hätte mehr für euch tun können. Ich gab alles, was ich hatte, und tat mein Bestes mit dem, was in meiner Macht stand.“ Die Formulierung „was in meiner Macht stand“ deutet darauf hin, dass externe Kräfte – vermutlich das Board – Entscheidungen trafen, die außerhalb der Kontrolle der Entwicklungsleitung lagen.
Steam untersucht Refund-Anfragen aktiv
Spieler, die Ashes of Creation im Dezember 2025 als Early-Access-Titel auf Steam erworben haben, reagieren mit massenhaften Refund-Anfragen. Valve scheint die Situation bereits proaktiv zu untersuchen: Ein Reddit-User teilte einen Screenshot eines Steam-Support-Tickets, in dem ein Mitarbeiter schrieb: „Entschuldigung für dieses Problem und ich verstehe Ihre Sorge. Wir sind uns des Problems bewusst und untersuchen dies derzeit weiter.“ Diese schnelle Reaktion deutet darauf hin, dass Steam die Masse an Beschwerden registriert hat. Die Review-Bewertung des MMOs fiel auf „Mostly Negative“, wobei viele Spieler befürchten, dass die Server bald abgeschaltet werden könnten. Das verbleibende Team bei Intrepid Studios kündigte für den 13. Februar um 11 Uhr PST einen Twitch-Livestream an, in dem „Director’s Letter“ und Entwicklungspläne diskutiert werden sollen – inklusive Performance-Problemen, Bugs, PvP-Balance und Bot-Bekämpfung.
WARN Act und rechtliche Implikationen
Der Worker Adjustment and Retraining Notification (WARN) Act ist ein US-Arbeitsgesetz, das Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern verpflichtet, 60 Tage im Voraus über Massenentlassungen zu informieren. Die Tatsache, dass das Board diesen Schritt ging, deutet auf eine geplante, umfangreiche Personalreduktion oder möglicherweise sogar Studioschließung hin. Sharifs Hinweis auf „laufende rechtliche und Governance-Angelegenheiten“ lässt vermuten, dass hinter den Kulissen ein Machtkampf zwischen Gründer und Investoren/Board-Mitgliedern tobt. Ashes of Creation sammelte über 3 Millionen Dollar via Kickstarter und gilt als eine der erfolgreichsten MMO-Crowdfunding-Kampagnen aller Zeiten. Die plötzliche Implosion nur Wochen nach dem Early-Access-Launch ist besonders schockierend, da das Studio noch vor kurzem versicherte, das Projekt sei eine lohnende Investition.


