ARC Raiders ersetzt KI-Stimmen durch echte Sprecher: Embark-CEO Söderlund erklärt warum
ARC Raiders zählt zu den größten Erfolgstiteln des Jahres 2025. Mehr als 14 Millionen Verkaufseinheiten, zeitweise fast eine Million gleichzeitige Spieler, regelmäßige Updates. Der Launch war aber nicht nur von Lob begleitet. Ein Kritikpunkt hielt sich beharrlich: Teile der Sprachausgabe in ARC Raiders wurden nicht von menschlichen Sprechern eingesprochen, sondern per KI generiert. Embark Studios CEO Patrick Söderlund hat das jetzt in einem Interview mit GamesIndustry.biz direkt angesprochen und bestätigt, dass das Studio seit dem Launch reagiert hat.
Mehrere Dialogzeilen wurden neu aufgenommen, diesmal mit professionellen Synchronsprechern. Seine Begründung: Ein echter professioneller Schauspieler sei nun einmal besser als KI.
Wo KI eingesetzt wurde und wo nicht
Söderlund erläutert im Interview genau, in welchem Umfang KI bei ARC Raiders zum Einsatz kam. Der Schwerpunkt lag auf Elementen, die für die Immersion des Spiels weniger entscheidend sind. Vor allem kurze Funkspruch-Varianten und die Audioausgaben des Ping-Systems, also die automatischen Ansagen, die ausgelöst werden, wenn Spieler Wegpunkte oder Gegner markieren. Für diese Kategorie nutzte Embark Text-to-Speech auf Basis lizenzierter Sprecherstimmen, für die die Sprecher zusätzlich vergütet werden.
Zentrale Charakterdialoge und tragende Sprechrollen wurden dagegen von Anfang an mit echten Sprechern produziert, die auch bei späteren Updates weiterhin ins Studio zurückkommen.
Wie Embark KI als Produktionswerkzeug nutzt
Trotz der Nachaufnahmen will Embark KI nicht vollständig aus dem Entwicklungsprozess streichen. Söderlund beschreibt einen konkreten Anwendungsfall. Das Team kann intern bis zu 15 verschiedene Varianten einer Dialogzeile per KI generieren und anhören, bevor entschieden wird, welche Fassung tatsächlich aufgenommen wird.
Das spart Studiozeit und reduziert Kosten in der Prototyping-Phase, ohne dabei echte Sprecher zu ersetzen. Der Unterschied liegt in der Absicht. KI als Werkzeug für interne Tests ist etwas anderes als KI als Ersatz für fertige Produktionsaufnahmen. Diese Trennung versucht Embark jetzt klar zu kommunizieren. Auch weil das Studio weiß, dass das Thema in der Community emotional besetzt ist.


