Arbeitsmarkt in den USA: Anstieg der Arbeitslosenansprüche befeuert Zinsspekulationen
In der ersten vollständigen Juniwoche blieben die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA auf dem höchsten Niveau seit acht Monaten, während die Zahl der Personen, die kontinuierlich Arbeitslosengeld beziehen, den höchsten Stand seit November 2021 erreicht hat. Laut den am Donnerstag veröffentlichten Daten des US-Arbeitsministeriums wurden 248.000 Erstanträge gestellt, unverändert zur Vorwoche und über den Erwartungen der Ökonomen von 242.000.
Gleichzeitig stieg die Zahl der fortlaufenden Anträge um 54.000 auf 1,956 Millionen. Experten interpretieren diesen Anstieg als Hinweis darauf, dass Arbeitslose länger brauchen, um neue Beschäftigung zu finden. Diese Entwicklung legt eine Verlangsamung des Arbeitsmarktes nahe. Renaissance Macro-Chefökonom Neil Dutta betonte in einer Kundenmitteilung, dass die stetige Zunahme der fortlaufenden Anträge darauf hindeutet, dass die Arbeitslosigkeit steigt.
Auch wenn die Erstanträge zugenommen haben, bleiben sie im Vergleich gemäßigt. Dies könnte darauf hinweisen, dass die Einstellungsrate gesunken ist, ohne dass die Entlassungsraten signifikant gestiegen sind. Die jüngsten Daten, die eine Abkühlung des Arbeitsmarktes zeigen, kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussionen über die nächste Zinssenkung der US-Notenbank an Fahrt gewinnen.
Angesichts einer Verlangsamung bei den Personaleinstellungen und abnehmender Inflation spekulieren Händler vermehrt über eine bevorstehende Zinssenkung. Unterdessen schätzt das CME FedWatch Tool die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bis Ende Juli auf mittlerweile 25% ein, verglichen mit 19% am Vortag. Trotzdem warnt Dutta, dass bei anhaltender Unsicherheit und Zögern der Fed ein größeres Risiko für politische Fehlentscheidungen besteht, sollte die Inflation nicht wie erwartet zurückgehen.

