Applied Materials rechnet mit Gewinneinbruch – China-Schwäche und zögerliche Investitionen belasten Ausblick
Applied Materials stellt für das laufende Quartal einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Gewinn in Aussicht. Das Unternehmen erwartet ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,11 US-Dollar (±0,20 US-Dollar) nach 2,32 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz dürfte auf 6,7 Mrd. US-Dollar (±0,5 Mrd. US-Dollar) fallen, nach 7,05 Mrd. US-Dollar ein Jahr zuvor. Beide Werte liegen unter den Analystenschätzungen von 2,39 US-Dollar je Aktie und 7,33 Mrd. US-Dollar Umsatz.
Finanzvorstand Brice Hill verweist auf eine erwartete Abkühlung in China nach zwei Jahren intensiver Investitionen – verschärft durch unerwartet schwankende Nachfrage führender Halbleiterkunden. Viele Unternehmen verzögerten endgültige Produktionszusagen, was Hill mit Unsicherheiten infolge jüngster Steuer- und Handelspolitik begründet. Die stärkere Abhängigkeit von einem dominanten Großkunden erschwere zudem eine gleichmäßige Auslastung der Fabriken.
Das dritte Quartal fiel dagegen besser aus als erwartet: Der Nettogewinn stieg um 4 % auf 1,78 Mrd. US-Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie legte auf 2,48 US-Dollar zu (Vorjahr: 2,36 US-Dollar erwartet: 2,36 US-Dollar). Der Umsatz erhöhte sich um 8 % auf 7,3 Mrd. US-Dollar, getragen von einem 10-prozentigen Plus in der Sparte Semiconductor Systems auf 5,43 Mrd. US-Dollar.
Trotz des schwächeren Ausblicks setzt Applied Materials auf Wachstumsimpulse durch die steigende Nachfrage nach AI-Technologien. Parallel baut das Unternehmen seine US-Präsenz aus: Es liefert Fertigungsanlagen für Apples Kooperation mit Texas Instruments und investiert über 200 Mio. US-Dollar in ein neues Werk in Arizona.

