Anwalt plant Klagewelle gegen Sparkasse Gelsenkirchen nach Millioneneinbruch
Der spektakuläre Millioneneinbruch in der Sparkassen-Filiale im Gelsenkirchener Stadtteil Buer zieht nun weitreichende rechtliche Konsequenzen nach sich. Der Dattelner Anwalt Daniel Kuhlmann bereitet eine umfangreiche Klage gegen das Finanzinstitut vor. Mit bereits über 150 Mandanten-Vollmachten sowie weiteren Interessenten, die sich ihm angeschlossen haben, plant er, das Landgericht Essen in der kommenden Woche einzuschalten.
Kuhlmann sieht deutliche Anzeichen für eine Pflichtverletzung seitens der Bank. Ein bemerkenswertes Detail: Im Tresorraum soll es keinen Erschütterungsmelder gegeben haben, was den Einbrechern ermöglicht haben könnte, sich für rund 48 Stunden unbehelligt in der Bank aufzuhalten. Dies legt nahe, dass das Sicherheitskonzept der Bank zumindest unzureichend umgesetzt wurde. Um dies zu untermauern, zieht der Anwalt auch die Beauftragung von Sachverständigen in Erwägung.
Der Vorfall wird nicht nur gerichtlich, sondern auch politisch betrachtet. In einer Sondersitzung des Innenausschusses im NRW-Landtag wird Innenminister Herbert Reul (CDU) über den aktuellen Stand der Ermittlungen berichten. Ein Antrag der SPD fordert eine Untersuchung der sicherheitsrelevanten Schwachstellen der Bank.
Durch den drohenden rechtlichen Tsunami erwartet Kuhlmann eine Klagewelle „ungeahnten Ausmaßes“ gegen die Sparkasse, da potenziell bis zu 1.000 Kläger zusammenkommen könnten. Dies dürfte einen erheblichen Reputationsschaden für die Bank bedeuten. Doch Sparkassenchef Michael Klotz verteidigt die Sicherheitsvorkehrungen. Er versichert, dass die Filiale gemäß dem anerkannten Stand der Technik gesichert gewesen sei und dass laufend Verbesserungen vorgenommen würden. Hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit der Sparkasse gibt sich Klotz gelassen: Die bestehenden Verträge bieten eine Absicherung jedes Schließfachs bis zu 10.300 Euro und gefährden keinesfalls die Stabilität des Instituts.

