Anti-'Woke'-Investment: Azoria Partners setzt auf Meritokratie
In einem bemerkenswerten Schritt hin zu einer veränderten Investitionslandschaft hat James Fishback, CEO und Mitbegründer von Azoria Partners, ein neues Exchange-Traded Fund (ETF) vorgestellt. Dieser 'Azoria 500 Meritocracy ETF' orientiert sich am S&P 500 Index, schließt jedoch bewusst Unternehmen aus, die Diversitätsquoten in Einstellungen und Beförderungen anwenden.
Fishbacks Ziel ist es, besonders im Retail-Bereich Investoren mit ihrer Portfolio-Wahl Einfluss auf die Politik der größten Unternehmen der USA ausüben zu lassen. Der Schritt fällt in eine Zeit, in der zahlreiche Investoren auf den sogenannten 'Trump Trade' setzen, im Glauben, dass die neue Administration insbesondere konservativen Finanzwerten und Sektoren Aufschwung verschaffen wird.
Insbesondere Donald Trump Jr. tritt als aktiver Spieler in diesem Umfeld hervor. Er hat kürzlich bei der Venture-Firma 1789 Capital angeheuert, um in Unternehmen zu investieren, die bei konservativen Kreisen beliebt sind, wie beispielsweise Tucker Carlsons Medienunternehmen.
Zudem hat er einen Platz im Vorstand des Unternehmens hinter dem 'woke-free' Online-Marktplatz PublicSquare übernommen. Solche Anti-'Woke'-Fonds sind allerdings keine Neuentwicklung. Vielmehr sind sie Teil eines umfassenderen Widerstands der Republikaner gegen ESG-Initiativen (Environmental, Social and Governance), deren Auswirkungen in den letzten Jahren auch in politischen Arenen lebhaft diskutiert wurden.
Vivek Ramaswamy, bekannt für sein Buch 'Woke Inc.', hatte bereits ein ähnliches Programm ins Leben gerufen. ETFs bieten Anlegern die Möglichkeit, in eine Vielzahl von Aktien über einen einzelnen Fonds zu investieren, indem sie Indizes wie den S&P 500 nachbilden.
Doch Jay Ritter, Finanzprofessor an der University of Florida, warnt davor, dass ideologisch getriebene ETFs wenig Investitionen anziehen und hohe Gebühren erheben. Investoren sollten bei solchen politischen Aussagen-ETFs daher mit Bedacht vorgehen.

