Anstieg unerlaubter Telefonanrufe: Verbraucherschutz erneut gefordert
Die Bundesnetzagentur registriert erneut eine Zunahme der Beschwerden über unerlaubte Telefonwerbung. Mit 39.842 schriftlichen Eingaben stieg die Zahl im vergangenen Jahr um 2.281 Fälle im Vergleich zu 2024 – ein Anstieg um sechs Prozent. Dies liegt unter dem Anstieg von acht Prozent aus dem Vorjahr und bleibt weit hinter dem bisherigen Höchststand von 79.702 Fällen in 2021 zurück.
Nahezu 20 Prozent der Beschwerden bezogen sich auf Telefongewinnspiele, während Dienstleistungen etwa zehn Prozent der Fälle ausmachten. Energieverträge und Bauprodukte wurden ebenfalls häufiger zum Thema. Besonders bemerkenswert ist der Rückgang der Beschwerden über Photovoltaikanlagen. Die Bundesnetzagentur führt dies auf kürzlich verhängte Bußgelder zurück, die unseriöse Anbieter zur Vorsicht mahnten.
Werbeanrufe in Deutschland setzen die vorherige Zustimmung der Angerufenen voraus, wobei diese Zustimmung auch widerrufbar ist. Ruft dennoch jemand unaufgefordert an, liegt ein juristischer Verstoß vor. Die Beschwerden können nach wie vor unter www.bundesnetzagentur.de/telefonwerbung-beschwerde eingereicht werden. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 1,1 Millionen Euro an Bußgeldern ausgesprochen, etwa 300.000 Euro weniger als im Vorjahr. Erstmals strafte die Behörde auch die Nichteinhaltung der Pflicht zur Dokumentation von Werbeeinwilligungen ab.
Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, betonte die Schäden, die unerlaubte Werbeanrufe sowohl für Verbraucher als auch den Wettbewerb in den betroffenen Sektoren verursachen. Die Behörde bleibt entschlossen, konsequent gegen störende und illegale Telefonwerbung vorzugehen.

