Anspannungen zwischen USA und Brasilien: Zollpolitik als Zündstoff im internationalen Handel
Der internationale Handel steht vor spannungsgeladener Veränderung, nachdem US-Präsident Donald Trump scharfe Zollmaßnahmen gegen Brasilien verkündet hat. Mit einer geplanten Erhöhung der Einfuhrzölle auf brasilianische Produkte um satte 50 Prozent ab dem 1. August rücken die beiden Nationen näher an einen handfesten Handelskonflikt heran.
Die Entscheidung des US-Präsidenten geht einher mit deutlicher Kritik an Brasiliens aktuellem Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Lula lässt solche Provokationen nicht unbeantwortet und kündigte prompt Vergeltungsmaßnahmen an. Das brasilianische Staatsoberhaupt betont die Unabhängigkeit seines Landes und verweist auf das nationale Gesetz zur wirtschaftlichen Gegenseitigkeit, das unilateral erhobene Zölle in gleicher Weise beantworten würde.
In einem unerwarteten Schachzug demonstrierte Trump Unterstützung für Brasiliens umstrittenen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, der momentan wegen angeblicher Putschpläne vor Gericht steht. Trump forderte ein Ende der „Hexenjagd“ gegen den ehemaligen Staatschef, während Lula betonte, dass die brasilianische Justiz unabhängig bleibe.
Die USA sind nach China der zweitwichtigste Handelspartner Brasiliens. Die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Nationen hatten 2024 einen Umfang von rund 92 Milliarden US-Dollar erreicht, wobei die USA einen Handelsüberschuss von 7,4 Milliarden US-Dollar verzeichnen konnten. Für zusätzliche Spannung sorgt die Ausweitung der Zollmaßnahmen auf weitere Länder, darunter Irak, Libyen, Algerien und andere, während die EU bisher nicht betroffen ist.
Daneben verkündete Trump eine drastische 50-prozentige Zollabgabe auf Kupferimporte, die unabhängig von der Herkunft ab 1. August in Kraft treten wird.

