Annalena Baerbock fordert neue humanitäre Feuerpausen und Freilassung von Geiseln im Gaza-Krieg
Die Außenministerin Annalena Baerbock hat im Gaza-Krieg neue humanitäre Feuerpausen zur Versorgung der Palästinenser sowie die Freilassung der noch etwa 130 Geiseln in Gewalt der Hamas gefordert. Bei einem Treffen mit dem ägyptischen Außenminister Samih Schukri in der neuen Hauptstadt östlich von Kairo betonte sie die Notwendigkeit einer deutlich weniger intensiven und gezielteren Anti-Terror-Operation der israelischen Armee. Zusätzlich seien mehr humanitäre Pausen erforderlich, um eine bessere Verteilung der Hilfe an die Menschen zu gewährleisten.
Baerbock beabsichtigt, in den Küstenort Al-Arisch am Mittelmeer und dann nach Rafah zu reisen, den ägyptischen Grenzübergang zum Gazastreifen. Der Großteil der internationalen Hilfslieferungen wird von dort aus in den Gazastreifen transportiert. Bereits zu Beginn ihres Nahostbesuchs hatte Baerbock Israel aufgefordert, mehr Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung in Gaza zuzulassen.
Das ägyptische Außenministerium sieht die Bemühungen um eine erneute Waffenruhe und angemessene Hilfslieferungen als unausweichlich an. Der Außenminister Schukri betonte, dass die Rufe nach den legitimen Rechten der Palästinenser seit drei Jahrzehnten bestehen und eine alleinige Forderung nach einer Zweistaatenlösung nicht ausreiche, um dieses Ziel zu erreichen. Er warnte davor, dass sich die aktuelle Lage im Gaza-Krieg in Richtung einer Vertreibung der Palästinenser entwickle und die belagerte Bevölkerung im abgeriegelten Küstenstreifen Schutz benötige.
Baerbock forderte zusätzliche Maßnahmen, um die Zivilisten in Gaza zu schützen, und betonte, dass das Leiden der unschuldigen Palästinenser nicht weitergehen könne. In Gesprächen mit Schukri wurden Möglichkeiten erörtert, wie neue humanitäre Pausen erreicht werden könnten, damit die Menschen in Israel und Palästina in Frieden und Sicherheit leben können.
Deutschland hat seine humanitäre Hilfe für die Palästinenser auf rund 211 Millionen Euro verdreifacht und kürzlich auch Brutkästen und Inkubatoren geliefert. Baerbock betonte, dass noch viel mehr, insbesondere im medizinischen Bereich, getan werden müsse.
Der Gaza-Krieg begann mit einem Terrorangriff der Hamas und anderer extremistischer Palästinensergruppen am 7. Oktober. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Aufgrund der katastrophalen humanitären Lage in dem abgeriegelten Küstengebiet und der hohen Zahl ziviler Opfer geriet Israel zunehmend international in die Kritik.
Baerbock bezeichnete die Grenzübergänge als Flaschenhals für Hilfslieferungen und forderte eine praktikablere Abwicklung, um die Versorgung der Menschen mit Nahrung, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung zu gewährleisten. Sie betonte, dass weitere Wege für humanitäre Hilfe gefunden werden müssten.
Als nächstes plant Baerbock politische Gespräche im Libanon, um die Konfrontationen der Hisbollah mit Israels Armee an der Grenze zu diskutieren. Es besteht die Sorge, dass sich der Konflikt zu einem regionalen Flächenbrand entwickeln könnte. (eulerpool-AFX)

