Annäherung im Zollstreit: USA und China suchen Lösung in Genf
An diesem Wochenende treffen sich in Genf erstmalig hochrangige Vertreter der USA und Chinas, um über eine Entschärfung des seit Jahren bestehenden Zollkonflikts zu beraten. Initiiert durch die unter Präsident Donald Trump erhobenen Zölle, die auf Güter aus China inzwischen bis zu 145 Prozent betragen, entsteht nun erstmals Bewegung in dem festgefahrenen Disput.
Die Gegenzölle Pekings mit bis zu 125 Prozent verschärften die Lage bisher ebenso wie das Beharren beider Seiten auf ihren Positionen. Die Gespräche werden unter anderem von US-Finanzminister Scott Bessent und dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer geführt, während China durch den Vize-Ministerpräsidenten He Lifeng vertreten wird.
Vorzeichen für ein vorsichtiges Entgegenkommen sind vorhanden: Trump deutete auf Truth Social mögliche Senkungen der Zölle auf chinesische Waren auf 80 Prozent an, was Beobachtern als positives Signal gilt. Dan Wang von der Eurasia Group äußerte in einem BBC-Interview, dass dies auf baldige Entspannung hindeuten könnte.
China hat auf eine Bitte der USA, die Gesprächsbereitschaft signalisierte, eingelenkt und zeigt sich bereit, die eigene Interessenlage pragmatisch zu gewichten. Entsprechend äußerte das chinesische Handelsministerium, dass unter Berücksichtigung der Bitten amerikanischer Unternehmen und Verbraucher der Dialog gesucht werde.
Der finanzpolitische Chef Bessent betonte hingegen, der Fokus liege vorerst nicht auf einem umfassenden Handelsabkommen, sondern auf dem Abbau bestehender Spannungen, da die momentanen Zölle einem praktisch vollständigen Handelsstillstand gleichkämen.
Erste Ergebnisse einer neuen US-Handelspolitik zeigen sich: Großbritannien einigte sich kürzlich mit den USA auf eine Reduzierung der Automobilzölle von 27,5 auf zehn Prozent und erhielt im Gegenzug Erleichterungen im Agrarhandel. Die Europäische Union hingegen steht noch mitten in den Verhandlungen; bei ausbleibender Einigung drohen im Juli zusätzliche US-Zölle, auf die Brüssel mit geplanten Gegenmaßnahmen auf diverse Produkte reagieren wird.

