Anhaltender Druck: Ukraines strategische Schläge gegen russische Ölindustrie
Die Ukraine hat ihren Druck auf die russische Ölindustrie im Jahr 2023 erheblich intensiviert. Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstchefs Wassyl Maljuk wurden seit Jahresbeginn etwa 160 Infrastrukturanlagen der russischen Ölwirtschaft, darunter Raffinerien und Pumpstationen, angegriffen. Allein im September und Oktober seien 20 Ziele ins Visier genommen worden. Zu diesen zählen sechs Ölraffinerien, zwei Ölterminals sowie neun Ölpumpstationen.
Damit verfolgt die Ukraine das Ziel, die Finanzierungsquellen des russischen Verteidigungsetats zu schwächen. Laut Schätzungen fehlt dem russischen Markt mittlerweile rund ein Fünftel der Ölprodukte, und die Kapazitäten für die Ölverarbeitung wurden um beachtliche 37 Prozent reduziert. Diese Einschätzungen decken sich mit den Berechnungen unabhängiger Experten der Ölbranche.
Die gezielten Schläge auf die russische Ölindustrie stehen im Kontext eines größeren wirtschaftlichen Drucks, den die Ukraine auf Russland ausüben möchte. In einem weiteren Schritt rief Präsident Wolodymyr Selenskyj dazu auf, zusätzliche Sanktionen gegen rund 340 Tanker der sogenannten Schattenflotte zu verhängen. Diese Schiffe betreiben den Export russischen Öls unter Umgehung bestehender Restriktionen. Schätzungen zufolge könnte Russland über insgesamt rund 1.500 dieser Tanker verfügen, die unter unterschiedlichen Flaggen eingesetzt werden.

