Anhaltende Turbulenzen auf dem japanischen Anleihenmarkt: Regierung zeigt Handlungsbereitschaft
Der sonst ruhige Markt für japanische Staatsanleihen (JGB) hat in den letzten Wochen international für Aufsehen gesorgt, nachdem ein Anstieg der Renditen die Alarmglocken für hochverschuldete Regierungen läuten ließ. Die Renditen auf besonders langfristige JGBs erreichten im vergangenen Monat Rekordhöhen, was die Kreditkosten für die Regierung erhöht und sowohl die Bank of Japan (BOJ) als auch das Finanzministerium unter Druck gesetzt hat, den Markt zu stabilisieren.
Die BOJ hat nach jahrelanger monetärer Expansion, um die schwächelnde Wirtschaft Japans zu stützen, über die Hälfte aller JGBs aufgekauft. Ziel ist es nun, diese Bestände elegant in einem Prozess des quantitativen Straffens zu reduzieren. Im derzeitigen Quartal kauft die Zentralbank monatlich 4,1 Billionen Yen an JGBs, ein Rückgang von 400 Milliarden Yen gegenüber dem ersten Quartal des Jahres.
Ab kommenden April plant die BOJ, das Tempo der Reduzierung auf Schritte von 200 Milliarden Yen pro Quartal zu senken. Japans Verschuldung beläuft sich auf etwa 1,3 Billiarden Yen, nur hinter dem US-amerikanischen Staatsanleihenmarkt. Die andauernden Defizite führten dazu, dass das Verhältnis von Schulden zu Bruttoinlandsprodukt auf ungefähr 250 % kletterte, dem höchsten Wert in der entwickelten Welt. Anders als in Griechenland, dessen Verschuldungsgrad bei rund 150 % lag, als das Land 2010 gerettet wurde, halten in Japan etwa 90 % der Schulden inländische Investoren, was den JGB-Markt weniger anfällig für Investoren macht, die Schulden verkaufen, um verschwenderische Regierungen zu bestrafen.
Die Verkäufe von langlaufenden Anleihen weltweit haben in den letzten Wochen zugenommen, verstärkt durch Moody's Herabstufung der USA im Mai. In Japan kommen jedoch besondere Faktoren hinzu: Politiker überlegen sich Wahlgeschenke, und die Nachfrage nach superlangfristigen Anleihen von traditionellen Käufern ist zurückgegangen, da Lebensversicherungen mit ihrem Ankauf zur Einhaltung neuer Solvenzvorschriften bereits weitgehend abgeschlossen haben.
Ein 20-jähriger JGB-Verkauf zeigte diesen prekären Zustand, mit der geringsten Nachfrage seit 1987. Dies löste einen Ausverkauf aus, der die Renditen auf Rekordstände steigen ließ. Das Finanzministerium reagiert nun, indem es die Ausgabe von 20-, 30- und 40-jährigen Anleihen drosselt und gleichzeitig die Ausgaben von kurzfristigeren Papieren erhöht. Dies könnte ausländische Investoren anziehen, die jedoch für erhöhte Volatilität verantwortlich sein könnten.
Der nächste entscheidende Test der Marktbedingungen wird die 20-jährige JGB-Auktion am 24. Juni sein.

