Analyst: Hyperliquid derzeit kein Kauf – Gründe für Zurückhaltung

Michael Nadeau, Gründer von The DeFi Report, bleibt langfristig optimistisch gegenüber Hyperliquid, sieht jedoch die jüngste Kursentwicklung von HYPE als unpassend an. Er argumentiert, dass der Markt zu stark auf eine positive Erzählung setzt, während die On-Chain-Aktivitäten und Positionsdaten nachlassen.
Nadeau betont, dass Hyperliquid nicht defekt ist, sondern dass die jüngste Stärke von HYPE möglicherweise nicht durch die zugrunde liegenden Daten gestützt wird. Er lobt die Token-Ökonomie von HYPE und die „TradFi/Oil futures“-Erzählung, weist jedoch darauf hin, dass Hyperliquid wie eine „risk-off“-Kette wirkt, ähnlich wie der Rest des Kryptomarktes.
Langfristig optimistisch, aber derzeit zurückhaltend
Hyperliquid präsentiert sich als leistungsstarke Layer-1-Plattform für ein vollständig On-Chain-Finanzsystem mit On-Chain-Orderbüchern für Perpetuals und Spotmärkte. Die Bullen heben das Design von HYPE hervor, bei dem Handelsgebühren an die Community fließen und ein Unterstützungsfonds die Gebühren in HYPE umwandelt und diese Token verbrennt. Staker können zudem Handelsgebührenrabatte erhalten.
Die „TradFi/Oil futures“-Erzählung hat in den letzten Wochen an Bedeutung gewonnen, insbesondere als Hyperliquid während geopolitischer Spannungen um Iran als Plattform für den Handel mit Öl-Perpetuals außerhalb der normalen Börsenzeiten genutzt wurde. Dies verstärkte die Wahrnehmung von Hyperliquid als Echtzeit-Makrohandelsplattform.
Nadeau weist jedoch darauf hin, dass die Zahlen nicht mehr zu dieser Erzählung passen. „Die Gebühren sind um 56% gesunken, das Volumen um 55%, das offene Interesse um 44% und die überbrückten Vermögenswerte um 32%“, schrieb er. Diese Zahlen sind entscheidend, da sie das tatsächliche Handelsvolumen und die Kapitalbewegungen auf dem Netzwerk widerspiegeln.
Er betont weiter, dass die Nutzerbasis von HYPE mit 50.000 Nutzern im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben ist. Dies deutet darauf hin, dass der Preis möglicherweise auf einer erweiterten Erzählung basiert, während das Nutzerwachstum und die Kapitalzuflüsse stagnieren.
Nadeau wechselt von fundamentalen zu markttechnischen Aspekten. Er stellt fest, dass das Volumen der Öl-Futures auf Hyperliquid am 9. März seinen Höhepunkt erreichte und seitdem rückläufig ist, was einen der Hauptkatalysatoren der Bewegung untergräbt. Gleichzeitig argumentiert er, dass HYPE „lokal überkauft“ ist, mit einem RSI von 67, und dass der Token an seinem 50-Wochen-Durchschnitt, einem wichtigen technischen Widerstand, auf Widerstand stößt.
Seine Skepsis erstreckt sich auch auf PURR, das nun an der Nasdaq als Hyperliquid Strategies Inc. gehandelt wird. Nadeau bezeichnet den Kauf dieses Vehikels in einem „risk-off“-Bärenmarkt als fragwürdig, insbesondere da es seiner Meinung nach wenig Hinweise darauf gibt, dass die traditionelle Finanzwelt dringend HYPE-Exposition sucht. HYPE ist seit dem 20. Januar um 93% gestiegen, während PURR im gleichen Zeitraum um 87% zulegte.
Das Ergebnis ist eine vorsichtige Warnung, keine bärische Kapitulation. Nadeau bleibt langfristig optimistisch, sieht jedoch kurzfristig keine besonders attraktive Einstiegsmöglichkeit. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Kurs von HYPE bei $41.031.

