Amerikanischer Arbeitsmarkt zeigt stabile Entwicklung trotz sinkender Einstellungsdynamik
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA ist in der vergangenen Woche leicht angestiegen. Diese jüngsten Entwicklungen deuten auf anhaltend entspannte Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt hin, während sich das Jahr 2024 seinem Ende zuneigt.
Ein langsames Einstellungsverhalten bleibt jedoch bestehen, was zur Folge hat, dass Betroffene länger auf Arbeitslosenunterstützung angewiesen sind als zu Beginn des Jahres. Diese Situation könnte dazu führen, dass die Arbeitslosenquote weiterhin über der Marke von 4,0% verharrt. Experten gehen davon aus, dass dies der US-Notenbank Federal Reserve die Möglichkeit gibt, die Zinsen in diesem Monat erneut zu senken, obwohl die Inflation noch nicht auf das angestrebte Ziel von 2% gesunken ist.
Die Anmeldungen für staatliche Arbeitslosenhilfe stiegen um 9.000 auf saisonbereinigt 224.000 in der Woche, die am 30. November endete, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Die Prognosen von Ökonomen hatten 215.000 Anträge erwartet.
Der Bericht umfasste den Feiertag Thanksgiving, was für Unruhe in den Daten sorgen könnte. In unausgeglichener Form gingen die Anträge in der vergangenen Woche um 34.967 auf 210.166 zurück. Besonders starke Rückgänge waren in Kalifornien und Texas zu verzeichnen, gefolgt von Florida und North Carolina, nach dem Abklingen der Auswirkungen der Hurrikane Helene und Milton.
Auch in den Bundesstaaten Georgia, New York, Wisconsin und Illinois wurden bedeutende Rückgänge gemeldet. Trotz dieser Schwankungen bleiben die Zahlen konsistent mit einem anhaltenden Wachstum bei den Arbeitsplätzen und signalisieren einen starken Anstieg der Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft im November. Diese Erholung folgt auf eine Phase, die durch die Auswirkungen von Helene, Milton und Streiks bei Boeing sowie einem weiteren Luftfahrtunternehmen stark beeinträchtigt war.
Eine von Reuters durchgeführte Umfrage ergab, dass die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft im November wahrscheinlich um 200.000 gegenüber einem Anstieg von nur 12.000 im Oktober, dem niedrigsten Stand seit Dezember 2020, zunehmen wird. Die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich von 4,1% im Oktober auf 4,2% steigen.
Der bemerkenswerte Mangel an Entlassungen sorgt für die relative Stärke des Arbeitsmarktes. Die erheblichen Zinserhöhungen der Fed in den Jahren 2022 und 2023 zur Bekämpfung der Inflation haben dazu geführt, dass Unternehmen wenig Neigung zeigen, weitere Mitarbeiter einzustellen. Der jüngste "Beige Book"-Bericht der Fed charakterisiert die Beschäftigung in den Bankbezirken im November als "flach oder nur leicht angestiegen", während die Aktivität bei Einstellungen als gedämpft beschrieben wurde.

