Amazon enttäuscht trotz starker Quartalszahlen: Cloud-Sparte im Fokus
Die Aktienkurse von Amazon gerieten ins Wanken, obwohl das Unternehmen mit seinen neuesten Quartalszahlen die Prognosen der Marktbeobachter übertraf. Der Grund für diese Turbulenzen war das verlangsamte Wachstum der Cloud-Sparte AWS sowie ein zurückhaltender Ausblick auf die kommenden Umsatzgewinne. Dies führte zu einem Rückgang der Amazon-Aktie um bis zu acht Prozent im frühen Handel am Freitag.
Laut dem britischen Analysten Matt Britzman von Hargreaves Lansdown stand AWS im Mittelpunkt des Anlegerinteresses, enttäuschte jedoch im Vergleich zu den Erwartungen. Während Konkurrenten wie Microsoft und Alphabet mit starkem Wachstum in ihren Cloud-Segmenten glänzten, konnte AWS nicht den erhofften Effekt erzielen.
Der Aktienkurs ist nun zwar über das Jahr hinweg wieder im Minus, allerdings immer noch 35 Prozent über dem Jahrestief aus dem April. Amazon belegt weiterhin den vierten Platz unter den wertvollsten Technologieunternehmen der Welt. Mit rund 2,3 Billionen Dollar liegt es hinter Nvidia, Microsoft und Apple, aber vor Alphabet.
Für das laufende Quartal prognostizierte Amazon eine operative Gewinnspanne, die am unteren Rand deutlich unter den Markterwartungen liegt. Während der Umsatz im vergangenen Quartal besser als erwartet ausfiel, blieb das Wachstum von AWS mit 17,5 Prozent lediglich im Rahmen der Markterwartungen. Im Gegensatz dazu verzeichneten Microsofts Azure-Plattform und Googles Cloud-Dienste deutliche Steigerungen von 39 bzw. fast 32 Prozent.
Amazon steckt erhebliche Summen in die Weiterentwicklung seiner Rechenzentren, insbesondere für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz, um mit der Konkurrenz mitzuhalten. Finanzchef Brian Olsavsky deutete an, dass dieses Investitionstempo im zweiten Halbjahr beibehalten werde. Ob diese Anstrengungen die erhofften Erträge bringen, bleibt abzuwarten. Andy Jassy, CEO von Amazon, gibt sich optimistisch und verweist auf die lange Reise, die die KI-Entwicklung noch vor sich hat. Man beabsichtige, Kunden durch niedrigere Betriebskosten für KI-Software zu gewinnen, könne jedoch aktuell nicht schnell genug Kapazitäten aufbauen.
Die durch die Importzölle von US-Präsident Donald Trump hervorgebrachten Unsicherheiten wirken ebenfalls belastend. Jassy äußerte sich vorsichtig zu den Auswirkungen auf Amazon und betonte, dass bisher kein Rückgang der Nachfrage zu spüren sei, obwohl viele Artikel, die in den USA über Amazons Plattform verkauft werden, von den Zöllen betroffen sind.

