Alternativer Blickwinkel auf das Leben

Die Philosophie erlaubt dem Menschen als denkendes und fühlendes Wesen verschiedene Blickwinkel auf die Welt. In Bezug auf den Glauben und eine spirituelle Weltsicht, eröffnet zum Beispiel die Gralsbotschaft viele Sichtweisen und Denkanstöße, die vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts Verbreitung gefunden haben.
Der nüchterne Mensch
Was der Mensch nicht versteht, verunsichert ihn häufig. Ängste entstehen, wenn sich bestimmte Prozesse in der Welt dem geistigen Fassungsvermögen oder dem eigenen Einfluss entziehen. Der Mensch ist oft bemüht, sich Sicherheit zu verschaffen, indem er Besitztümer anhäuft oder zahlreiche Versicherungen abschließt.
Weltliche Sicherheit ist vielen Menschen jedoch nicht genug, sie ahnen, wissen, glauben, dass da noch mehr ist und versuchen, sich die Schöpfung, das Mensch-Sein und vor allem den Sinn des Lebens zu erschließen. Ein Ansatz zum Weltverständnis ist die Gralsbotschaft, die im Kern den Willen zum Guten fördert. Hinsichtlich der christlichen Mythologie werden einzelne Stationen wie etwa der Sündenfall oder auch das Wirken Jesu Christi näher untersucht und diskutiert.
Den eigenen Verstand schärfen
Die Betrachtung religiöser und mythologischer Stationen dient jedoch nicht dazu, um irgendwelche esoterischen Bilder zu formen oder Gesetzmäßigkeiten, die nicht falsifizierbar sind, nicht falsifizierbar sein können abzuleiten. Die Auseinandersetzung mit der Gralsbotschaft ist eine innere, die den Menschen in seinem Leben stärken soll.
Es geht darum, in sich hinein zu horchen, andere Blickwinkel einzunehmen und das Bestmögliche in Anbetracht der vorhandenen Möglichkeiten und Optionen auszuwählen. Vor allem das Werk „Im Lichte der Wahrheit“ des Autors Oskar-Ernst Bernhardt gilt als große Lebenshilfe. Der Leser soll erkennen, was hinter dem Bild des Grals verborgen ist, welche Botschaft die Geschichte in sich trägt, die nicht zuletzt durch die Lehre der Nächstenliebe von Jesus Christus einen Leitfaden hinsichtlich des eigenen Handelns im Leben vermittelt.
Philosophische Alternativen
Weitere Sichtweisen auf das Leben können sich in verschiedenen philosophischen Richtungen ergeben. Immanuel Kant ist mit seinem Kategorischen Imperativ neue Wege gegangen und hat heute in vielen Teilen der Welt gängige Handlungsmaximen formuliert. Diese finden sich übrigens auch in ähnlicher Form in allen Weltreligionen wieder. Kant regt an, seine Handlungen so zu gestalten, dass deren Folgen nicht negativ sind bzw. die Maximen, die zu der Handlung führen allgemeingültig sein könnten.
„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
Eine davon abweichende Handlungsgrundlage bildet der Utilitarismus. Hier steht – verkürzt gesagt – eine zweckmäßige Handlung in der Favoritenstellung, bei deren Folgen Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen werden. Es wird stets versucht, das Negative beispielsweise Leid so gering wie möglich zu halten und Positives wie Glück zu maximieren.
Ein recht bekannter Vertreter dieser philosophischen Strömung ist der Brite John Stuart Mill. Er beschäftigte sich intensiv mit der Thematik und dem sogenannten Nutzenkalkül dieser Lehre. Er sieht letztlich – wie auch Kant – jeden einzelnen in der Pflicht zu entscheiden, allerdings unter dem Gesichtspunkt der klugen Entscheidung.
„Eine schlechte Handlung führt uns zur anderen sowohl bei dem Täter und den Zuschauern als auch bei denen, die zunächst von den Wirkungen der Tat betroffen werden.“
Unabhängig von der Richtung beziehungsweise Art und Weise der Lebensführung, für die sich ein Mensch in seinem Leben entscheidet, sind zwei Faktoren besonders wichtig. Zum einen sollte ihn seine Art zu leben erfüllen und Halt geben, mit dem zufrieden zu sein, was er hat. Auf der anderen Seite ist es selbstverständlich, dass er Wege finden muss, in der Gemeinschaft zu leben und somit Maßstäbe zu setzen und zu akzeptieren, die ein friedvolles und faires Zusammenwirken ermöglichen.
