Splinter Cell Remake: Ubisoft Toronto von Stellenabbau getroffen – Entwicklung soll dennoch weiterlaufen
Ubisoft und turbulente Schlagzeilen sind in letzter Zeit kaum noch voneinander zu trennen. Das französische Spieleunternehmen steckt mitten in einem tiefgreifenden Umbau, der Studios schließt, Projekte streicht und Tausende von Arbeitsplätzen kostet. Nun trifft es ausgerechnet das Studio, das hinter einem der meisterwarteten Projekte im gesamten Haus steckt: Ubisoft Toronto, die Heimstatt des Splinter Cell Remakes. Das Unternehmen beteuert zwar, dass die Entwicklung ungehindert weitergeht – doch angesichts der Lage, in der sich Ubisoft gerade befindet, fragen sich viele, wie viel dieses Versprechen noch wert ist.
40 Stellen weniger bei Ubisoft Toronto
Wie ein Unternehmenssprecher bestätigt hat, werden bei Ubisoft Toronto 40 Stellen abgebaut. Die Entscheidung sei Teil der bereits angekündigten abschließenden Phase des globalen Kostensenkungsplans und falle keineswegs leicht, so der Sprecher weiter. Den betroffenen Mitarbeitern würden umfassende Abfindungspakete sowie tatkräftige Unterstützung bei der Jobvermittlung zugesichert. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dass das Torontoer Studio die Arbeit am Splinter Cell Remake fortsetze und weiterhin als Mitentwicklungspartner für Rainbow Six fungiere. Eine Aussage, die angesichts des anhaltenden Stellenabbaus zwar beruhigen soll, aber nicht bei allen Beobachtern verfängt.
Ein Unternehmen im freien Fall – und die Ausmaße des Umbaus
Ubisofts Restrukturierung ist tiefgreifender als mancher zunächst angenommen hatte. Sechs Projekte wurden bereits gestrichen, darunter das Prince of Persia: The Sands of Time Remake sowie fünf weitere, bis dato unangekündigte Titel. Zwei Studios, Halifax und Stockholm, wurden vollständig geschlossen. Gerüchten zufolge fiel auch der Kooperations-Shooter Pathfinder, früher als Project U bekannt, dem Rotstift zum Opfer, ebenso wie ein für Mobilgeräte entwickeltes Assassin’s-Creed-Spiel mit geplanter PC-Umsetzung. Künftig soll Ubisoft um fünf sogenannte Kreativhäuser herum organisiert sein, von denen jedes bestimmte Marken, Genres und Zielgruppen verantwortet. Ein struktureller Neuanfang – zumindest auf dem Papier.
Streik, Nepotismusvorwürfe und offene Wut
Was den Unmut innerhalb des Unternehmens zusätzlich anfacht, ist die Art und Weise, wie der Umbau kommuniziert und umgesetzt wird. Mindestens 1.200 Mitarbeiter aus Frankreich traten in einen dreitägigen Ausstand, nachdem die Sparmaßnahmen bekannt wurden. Gewerkschaftsvertreter werfen Unternehmenschef Yves Guillemot mangelndes Gespür für die Belegschaft vor und fordern seinen Rücktritt. Der Vorwurf des Nepotismus steht dabei im Raum: Guillemot habe seinen Sohn Charlie zum Geschäftsführer von Vantage Studios ernannt, während Diversität in Führungspositionen kaum eine Rolle spiele. Gewerkschaftsvertreter Chakib Mataoui bringt es auf den Punkt: In einem kreativen Beruf brauche man neue Ideen und frische Perspektiven – beides fehle, wenn Führungsposten ausschließlich an den engen Bekanntenkreis vergeben würden. Für das Splinter Cell Remake bedeutet das alles vor allem eines: Die Entwicklung läuft weiter, aber unter Bedingungen, die alles andere als ideal sind.


