Alternativen zu tierischen Produkten im Fokus: Mehrwertsteueranpassung gefordert
Ein Gremium des Bundesagrarministeriums hat in seinem aktuellen Gutachten auf das bedeutende Potenzial von Alternativen zu tierischen Lebensmitteln hingewiesen, um Umweltschutz und ausgewogene Ernährung zu fördern. Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz ruft dazu auf, diese Chancen konstruktiv zu nutzen und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Dies könne die Auswahl am Esstisch für alle Menschen erweitern.
Besonders pflanzliche Alternativen zu Fleisch- und Milchprodukten wie solche auf Basis von Soja, Getreide oder Gemüse werden hervorgehoben. Diese könnten eine hilfreiche und alltagstaugliche Reduktion des tierischen Konsums ermöglichen. Die Vielfalt der angebotenen Alternativen könne breite Bevölkerungsschichten ansprechen und bedeutende positive Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit haben. Offenheit für Alternativen sei möglich, ohne die Vorliebe für tierische Produkte aufzugeben, heißt es in dem Gutachten.
Ernährungsminister Alois Rainer (CSU) betonte, dass eine ausgewogene Ernährung gefördert werden solle, ohne den Konsumenten strikte Vorgaben zu machen. Er wolle, dass Verbraucher nach eigenen Vorlieben entscheiden können und stets ein zufriedenstellendes Angebot vorfinden. Unterstützt wird dies durch adäquate Informationen und klare Produktkennzeichnungen.
Das Gutachten macht zudem auf die steuerliche Benachteiligung pflanzlicher Produkte aufmerksam, die eine Korrektur erfordere. Derzeit unterliegen viele Ersatzprodukte einem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent, während Fleisch und Milch lediglich mit 7 Prozent besteuert werden. Diese Ungleichbehandlung müsse dringend beendet werden.
Der Handelskonzern Rewe hat zusammen mit den Herstellern Oatly, Vly und Berief eine Online-Petition gestartet, um den Mehrwertsteuersatz für pflanzliche Milchalternativen zu senken. Bereits rund 38.000 Unterstützer haben die Petition unterzeichnet, die eine Steueranpassung des Bundestages fordert.

