Albtraum: Im Urlaub ohne Geld dastehen

Im Ausland ausgeraubt zu werden ist etwas, das nun wirklich niemand erleben will. Selbst wer sich vor der Reise gut informiert über Gegenden, die man meiden sollte - ganz ausschalten lässt sich das Risiko nicht. Doch es gibt einige Möglichkeiten, im Fall der Fälle eine komplette Katastrophe zu vermeiden.
Immer wieder hört man von Taschendieben, die sich in den Urlauberzentren an den Rücksäcken argloser Touristen vergreifen. Vom Szenario eines Überfalls mit vorgehaltener Waffe wollen wir gar nicht erst reden. Die Präventionsmaßnahmen sind aber identisch: Was Sie nicht unbedingt benötigen, sollte besser im Hotelsafe bleiben und vom Reisepass nur eine Kopie mitgeführt werden. Auch auffälliger Schmuck kann Kriminelle anlocken.
Geld schicken lassen
Der Verlust von Schmuck mag schmerzen, doch viel schwieriger wird es auf Reisen, wenn die Geldbörse geklaut wurde. Was tun? Eine Möglichkeit ist es, Freunde und Familie zuhause darum zu bitten,über Western Union Geld zu schicken. Das ist eine zuverlässige Option, denn das 1871 gegründete Unternehmen gehört zu den Marktführern beim weltweiten Bargeldtransfer.
Western Union zu nutzen kostet zwar eine Gebühr, hat aber wesentliche Vorteile: Zum einen gibt es weltweit Standorte, zum anderen steht das Geld nach der Überweisung schnell zur Verfügung. Haben Sie niemanden, der Ihnen auf diese Weise Geld zur Verfügung stellen kann, gehen Sie zur Botschaft - dort wird man Ihnen helfen.
Bankkarten sperren
In der Geldbörse befinden sich in der Regel auch Kredit- und Bankkarten und es besteht die Gefahr, dass diese missbraucht werden. Daher sollte man sofort bei der jeweiligen Bank anrufen und die Karten sperren lassen. In der Regel ist das innerhalb weniger Minuten erledigt. Wer länger verreist ist, kann sich auch eine neue Kreditkarte an den Urlaubsort zuschicken lassen. Auf jeden Fall ist es ratsam, das Bankkonto genau im Auge zu behalten. Bei betrügerischen Aktivitäten sind die meisten Konten geschützt und die Bank kommt für den Schaden auf.
Auch wenn es im ersten Augenblick sinnlos erscheinen mag - gehen Sie zur Polizei. Wer eine Versicherung vor Verlusten auf Reisen hat, braucht einen Polizeibericht über den Vorfall, in dem alle verloren gegangenen Gegenstände aufgeführt sind. Nur dann besteht ein Versicherungsanspruch.
Ab zur Botschaft
Zudem kann man über die Polizei meist auch einen Notpass bei der Botschaft beantragen, wenn der Reisepass abhandengekommen ist. Manchmal kommt es auch vor, dass die Einwanderungsbehörde am Flughafen die Echtheit des Notpasses anzweifelt - auch dann kann der Polizeibericht sehr hilfreich sein.
Bei einem selbstverschuldeten Verlust geht man natürlich direkt zur Botschaft. Für einen Ersatzpass werden in der Regel ein Passfoto und eine Kopie des ursprünglichen Passes oder der Personalausweis benötigt. Zudem müssen entsprechende Formulare ausgefüllt werden. Vorher sollten Sie sich allerdings um Geld kümmern, denn so ein Notpass im Ausland kostet einiges, vor allem wenn es schnell gehen muss.
Nur keine Panik
Im Ausland ausgeraubt zu werden fühlt sich schrecklich an, aber es ist nicht das Ende der Welt und man wird auch nicht im Ausland gestrandet bleiben. Es gibt Wege, um dieses Problem zu lösen. Der beste Weg, um mit der Situation umzugehen, besteht darin, ruhig zu bleiben und klar über alle Optionen nachzudenken.
Ein guter Tipp zum Schluss: Wer Opfer von Dieben wird, mag es kaum glauben, aber es ist dennoch so, dass es immer Menschen gibt, die gerne helfen. Scheuen Sie sich nicht davor, die Leute vor Ort anzusprechen und um Hilfe zu bitten. Gerade wenn man eine Weile ohne Geld dasteht, sind etwas zu essen oder ein Bett für ein, zwei Nächte Gold wert. Und es wird sicher eine Gelegenheit geben, sich später dafür zu revanchieren.

