Alarmsignale aus der Drogenlandschaft: Neue Substanzen, alte Probleme
Die Zahl der Drogentoten in Deutschland bleibt alarmierend hoch: 2.137 Menschen starben vergangenes Jahr an den Folgen ihres Konsums. Trotz eines leichten Rückgangs im Vergleich zum Rekordjahr stellt der neue Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck die Gefahren des Mischkonsums und neuartiger synthetischer Substanzen heraus.
Zwar verzeichnete man einen leichten Rückgang um 90 Fälle, doch beim Anstieg der Todesfälle bei den unter 30-Jährigen, der um 14 Prozent zulegte, herrscht besorgte Ratlosigkeit. Besonders kritisch sind dabei gefährliche Mischungseffekte durch gleichzeitigen Konsum unterschiedlicher Drogen. So spielten Heroin, Kokain, Methadon und Amphetamine in der Mehrzahl der Fälle eine Rolle.
Mit zunehmenden Berichten über das Erscheinen neuer synthetischer Opioide, die häufig unerkannt in bestehende Substanzen gemischt werden, wächst die Sorge. Diese Opioide sind das Resultat internationaler Veränderungen, insbesondere des Opiumverbots in Afghanistan, und trumpfen durch ihre potenzielle Gefährlichkeit selbst eingeschworene Experten.
Der drogenpolitische Diskurs wird zudem durch die vermehrte Nutzung von Crack dominiert, dessen zerstörerische Folgen für Konsumenten von Dirk Schäffer von der Deutschen Aidshilfe hervorgehoben werden. Eine quasi pandemische Dynamik, beschrieben von Streeck, sieht rapide Verbreitung neuer Substanzen bei gleichzeitig unzureichenden Reaktionsmechanismen.
Im internationalen Kontext gibt es ähnliche Besorgnis. Der Kokainkonsum in Europa zeigt alarmierende Werte, mit Deutschland, das besonders von der Kokainschwemme betroffen ist. Die Leichtigkeit, mit der Jugendliche Drogen online beziehen können, verstärkt die Herausforderungen.
Streecks Lösungsvorschlag sind umfassende Monitoring-Systeme und unvoreingenommene Drogenkonsumräume. Nur so könne man sofortige Reaktionen garantieren und das Spiel auf der gefährlichen Zeitachse der Drogenevolution gewinnen.

