Aktionäre stimmen zu: EA wird für 55 Milliarden US-Dollar an den saudi-arabischen Staatsfonds PIF und Silver Lake verkauft
Die EA-Aktionäre haben abgenickt. Nun muss der Privatisierungsverkauf nur noch von den Regulierungsbehörden genehmigt werden. Bereits in der jüngsten Vergangenheit gab es größere „Deals“ in der Gaming-Welt. Wir erinnern und an den Activision-Blizzard-Deal von Microsoft, der einige (viele) Monate dauerte. Auch bei dieser Übernahme dürfte es noch einige Zeit dauern, bis der saudi-arabische Staatsfonds PIF und Silver Lake die „rechtmäßigen Eigentümer“ von Electronic Arts sind.
Stephen Totilo berichtete auf bsky.app: „Um 14:03 Uhr PT haben die Aktionäre von EA dem Verkauf von EA für 55 Milliarden US-Dollar an ein Konsortium unter Führung des saudischen Staatsfonds PIF offiziell zugestimmt.“
Ursprünglicher Artikel vom 29. September 2025:
EA wird für 55 Milliarden Dollar übernommen – was das für dich bedeutet
Electronic Arts (EA) hat den Verkauf bestätigt: Ein Konsortium aus dem saudischen Staatsfonds PIF, dem Tech-Investor Silver Lake und Affinity Partners übernimmt den US-Publisher. Der Deal bewertet EA mit rund 55 Milliarden US-Dollar und nimmt das Unternehmen von der Börse. Kurz gesagt: EA wird privat geführt und ist künftig nicht mehr als Aktie handelbar.
Aktionärinnen und Aktionäre sollen 210 US-Dollar pro Aktie in bar erhalten. Das entspricht etwa 25 % Aufschlag auf den Schlusskurs vom 25. September 2025 (168,32 $). EA bleibt am Standort Redwood City in Kalifornien. Auch an der Spitze ändert sich zunächst nichts: CEO Andrew Wilson führt das Unternehmen weiter, wie EA mitteilt. Der Abschluss ist – wenn die Behörden zustimmen – für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 geplant.
Wer kauft EA – und warum jetzt?
Am Kauf sind drei bekannte Geldgeber beteiligt: PIF als Staatsfonds Saudi-Arabiens, Silver Lake als Technologie-Investor und Affinity Partners, 2021 von Jared Kushner (Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump) gegründet. Zusammen stemmen sie einen der größten Private-Equity-Deals überhaupt – größer als der TXU-Buyout von 2007. Das Ziel ist klar: EA soll ohne den ständigen Druck der Börse langfristiger planen können. Große Marken wie EA Sports FC, Battlefield oder Die Sims können so über Jahre weiterentwickelt und besser skaliert werden.
Warum bietet sich der Zeitpunkt an? In den vergangenen Jahren lief bei EA nicht alles perfekt. Es gab Verschiebungen, gestrichene Projekte und ein wechselhaftes Börsenjahr. Ein privates Setup gibt dem Management mehr Spielraum: weniger Quartalszahlen-Fokus, mehr Strategie. Gleichzeitig bleibt offen, wie stark die neuen Eigentümer in Inhalte und Prioritäten eingreifen.

EA Sports FC 26 steht an der Spitze der Verkaufscharts. Immer wenn ein neuer Ableger der Fußball-Simulation erscheint. – Bild: EA Sports
Was bedeutet das für dich als Spieler?
Kurzfristig ändert sich wenig. Deine Spiele, Accounts und Abos laufen weiter. Mittel- bis langfristig könnten Budgets, Release-Rhythmen und Abo-Modelle (z. B. EA Play) neu sortiert werden. Das kann positiv sein, wenn mehr Geld in stabile Server, bessere Live-Updates und neue Inhalte fließt.
Es kann aber auch strenger wirken, wenn Renditeziele stärker im Vordergrund stehen. Wichtig: Verträge mit Ligen und Partnern – etwa für EA Sports FC – gelten unabhängig davon, ob EA börsennotiert ist oder privat.
Und die kommenden Spiele?
Reihen wie EA Sports FC, Battlefield, Die Sims und Dragon Age laufen weiter. Änderungen dürften eher in den Roadmaps liegen: Vielleicht weniger Experimente und mehr Fokus auf sichere Hits. Oder genau umgekehrt: Das neue Umfeld erlaubt „Moonshots“, also mutige Projekte mit längerem Atem. Offiziell spricht EA von einer „starken Anerkennung“ seiner Marken – das deutet darauf hin, dass das Portfolio als wertvoller Kern gesehen wird.
Die Übernahme von Electronic Arts ist ein Paukenschlag für die Spielebranche. Sie ist eine Wette darauf, dass bekannte Marken unter privater Führung noch besser wachsen können. Für dich heißt das: Erst einmal weiterspielen. Spannend wird, wie EA die zusätzliche Freiheit nutzt – ob für stabilere Live-Services, mehr Inhalte und neue Ideen. Die nächsten Jahre zeigen, ob der Milliarden-Deal am Ende vor allem den Spielerinnen und Spielern zugutekommt. Übrigens haben EA und Newcastle United nun den selben Eigentümer.



