Aktienmärkte unter Druck: Geopolitik und Handelspolitik bestimmen die Agenda
Nachdem die Anspannung der vergangenen Tage mit einer vorläufigen Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran gelindert wurde, blieben die Freude der Investoren kurzlebig. Am Mittwoch richteten sich die Augen der Marktteilnehmer wieder auf andere wirtschaftspolitische Herausforderungen, was zu einer Belastung der Aktienkurse führte.
Der EuroStoxx 50 verzeichnete einen Rückgang um 0,85 Prozent und schloss bei einem Stand von 5.252,01 Punkten. Auch außerhalb des Euroraums zeigten sich ähnliche Entwicklungen: Der Schweizer SMI fiel um 0,91 Prozent auf 11.880,12 Punkte, während der britische FTSE 100 um etwa ein halbes Prozent auf 8.718,75 Punkte nachgab.
Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets erklärt, dass die Hoffnungen an der Wall Street auf Zinssenkungen der US-Notenbank im späteren Jahresverlauf durch Sorgen über potenzielle US-Zölle überschattet werden. 'Die Handelspolitik könnte in den nächsten zwei Wochen das dominierende Thema auf den Finanzmärkten werden', so Stanzl.
Obwohl die Gespräche zwischen der EU und den USA fortschreiten, ist es unwahrscheinlich, dass alle bestehenden Zollandrohungen aufgehoben werden. Vielmehr könnten die Verhandlungen nach dem 9. Juli fortgesetzt werden, jedoch bleibt das Risiko neuer Spannungen bestehen, die die Aktienmärkte erneut destabilisieren könnte.
Zusätzlich bleibt die Situation im Nahen Osten trotz der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump für neue Gespräche mit dem Iran angespannt. Einem Geheimdienstbericht zufolge haben die US-Bombardierungen der iranischen Atomanlagen am Wochenende weniger Schaden angerichtet, als von Präsident Trump und Israels Premier Netanjahu behauptet wurde. Laut 'CNN' und 'New York Times', wurde das iranische Atomprogramm nur um wenige Monate zurückgeworfen.

