Aixtron auf Wachstumskurs trotz herausforderndem Marktumfeld
Der renommierte Ausrüster der Halbleiterindustrie, Aixtron, zeigt sich nach dem ersten Quartal in solider Verfassung und fest entschlossen, seine Jahresziele zu erreichen. Ein ermutigendes Wachstum des Auftragseingangs trägt maßgeblich zur positiven Geschäftsentwicklung bei. Laut jüngster Mitteilung sieht sich das im MDax gelistete Unternehmen nur geringfügigen Risiken durch die US-Zollpolitik ausgesetzt, da die aktuellen Regelungen auf die betreffende Halbleiterausrüstung nicht zutreffen. Diese positiven Aussichten ließen die Aixtron-Aktien im morgendlichen Handel um nahezu zehn Prozent steigen.
Jedoch bleibt der langfristige Ausblick gemischt. Ein Kurshoch von Ende 2023 scheint in weiter Ferne, während für 2025 ein Rückgang von fast 20 Prozent prognostiziert wird. Nach einem anfänglichen Aufschwung folgte 2024 eine Normalisierung und leichte Eintrübung des Geschäfts. Aixtron-Chef Felix Grawert antizipiert für das Jahr 2025 einen Umsatzrückgang auf 530 bis 600 Millionen Euro, nach einem leichten Wachstum auf über 633 Millionen Euro im Vorjahr. Für das zweite Quartal rechnet Grawert mit Erlösen zwischen 120 und 140 Millionen Euro.
Ein Analyst hob den starken Auftragseingang und den optimistischen Ausblick für das zweite Quartal hervor. Doch trüben Sonderaufwendungen für den Personalabbau die Gewinnmarge. Vor Aufwendungen beläuft sich die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf ein Jahresziel von 18 bis 22 Prozent, beeinträchtigt durch rund 5 Millionen Euro Kosten für den Personalabbau.
Im ersten Quartal sanken sowohl der Gewinn vor Zinsen und Steuern um zwei Drittel auf 3,3 Millionen Euro, als auch der Überschuss um die Hälfte auf 5,1 Millionen Euro. Der Umsatz fiel um 5 Prozent auf 112,5 Millionen Euro, übertraf jedoch die Erwartungen. Hingegen blieb das operative Ergebnis hinter den Vorhersagen zurück, wobei unklar ist, inwieweit der Personalabbau bereits einkalkuliert war.
Die steigende Nachfrage nach Anlagen zur Produktion von Bauelementen für Leistungselektronik, vor allem bei asiatischen Kunden, führte zu einem zehnprozentigen Anstieg des Auftragseingangs auf über 132 Millionen Euro. Aixtron setzt hier auf Galliumnitrid- (GaN) und Siliziumkarbid-Produkte (SiC). Die Inbetriebnahme eines neuen Innovationszentrums ermöglicht es dem Unternehmen, 300-Millimeter-GaN-Wafer selbst zu verarbeiten, was den Kundenservice weiter verbessert.
Während GaN-Halbleiter in Netzteilen und Rechenzentren zum Einsatz kommen, zeigt sich die Gepflogenheit der Elektronikhersteller, Investitionen zurückhaltender zu tätigen. Dies begründet sich unter anderem durch das verlangsamte Wachstum in der Elektromobilität, die die Nachfrage nach effizienten SiC-Chips für die Schnellladetechnik von Elektroautos beeinflusst.

