Äthiopien erhält Zugang zum Roten Meer durch Somaliland
In einem historischen Schritt hat Somaliland Äthiopien den Zugang zum Roten Meer gewährt. Die beiden Länder unterzeichneten eine gemeinsame Absichtserklärung, die dies ermöglichen soll. Im Rahmen der Vereinbarung wurde auch der Bau einer äthiopischen Militärbasis an der Küste Somalilands beschlossen. Nähere Details zu dem Projekt wurden zunächst nicht bekanntgegeben.
Seit langem sucht Äthiopien mit seinen rund 126 Millionen Einwohnern nach einem alternativen Zugang zum Roten Meer, einer wichtigen Handelsroute, die Ostafrika mit dem Nahen Osten, Europa und Asien verbindet. Bisher erfolgte der Handel über den Hafen von Dschibuti, was mit hohen Kosten verbunden war. Gespräche mit den Nachbarländern Eritrea und Somalia blieben bisher ohne Erfolg und endeten oft in politischen Spannungen.
Somaliland, eine Region im Norden Somalias mit etwa 3,5 Millionen Einwohnern, ist seit über drei Jahrzehnten abtrünnig und praktisch unabhängig von Somalia. Die Entscheidung, Äthiopien Zugang zum Roten Meer zu gewähren, ist ein großer Schritt für beide Länder. Somaliland erhofft sich durch die enge Zusammenarbeit mit Äthiopien sowohl wirtschaftliche als auch politische Vorteile.
Die Vereinbarung zwischen Äthiopien und Somaliland wurde nach einem Treffen zwischen Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed und Somalilands Präsident Muse Bihi Abdi in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba unterzeichnet. Beide Politiker zeigten sich nach dem Treffen zufrieden und optimistisch über die zukünftige Zusammenarbeit.
Die Öffnung des Roten Meeres für Äthiopien wird erwartungsgemäß positive Auswirkungen auf die Wirtschaft beider Länder haben. Äthiopien erhofft sich eine Stärkung seiner Handelsbeziehungen und eine Reduzierung der Kosten für den Handelsweg zum Roten Meer. Somaliland kann von den Investitionen, die der Bau der äthiopischen Militärbasis mit sich bringen wird, profitieren und seine internationale Bedeutung weiter stärken.
Der Bau einer Militärbasis an der Küste Somalilands wird die Sicherheit der Region erhöhen und beiden Ländern eine bessere Kontrolle über das Gebiet ermöglichen. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklung auf die politischen Machtverhältnisse in der Region auswirken wird. (eulerpool-AFX)

