Adventistische Weltkirchenleitung befürwortet Zusammenlegung des Nord- und Süddeutschen Verbandes der Freikirche

16. April 2026, 15:20 Uhr · Quelle: LifePR
Adventistische Weltkirchenleitung befürwortet Zusammenlegung des Nord- und Süddeutschen Verbandes der Freikirche
Foto: LifePR
Das Team der beiden deutschen Verbände vor dem neuen gemeinsamen Verwaltungssitz in Darmstadt.
Die adventistische Kirchenleitung unterstützt die Zusammenlegung der deutschen Verbände für mehr Effizienz und Ressourcennutzung.

Silver Spring/Maryland (USA), 16.04.2026 (lifePR) - Am 14. April stimmten die Mitglieder des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) auf ihrer Frühjahrssitzung in Silver Spring dafür, die Fusion des Nord- und Süddeutschen Verbandes der Freikirche zu empfehlen.

Darüber berichten die Kirchenzeitschrift Adventist Review und der Pressedienst EUD-News in einer Online-Meldung. „Das ist etwas, woran ich mich in mindestens 40 Jahren nicht erinnern kann“, räumte Thomas Lemon, ein Vizepräsident der Generalkonferenz, bei der Vorstellung des Tagesordnungspunkts ein. „Es handelt sich um eine Abstimmung über die Zusammenlegung zweier Verbände und nicht über deren Aufteilung.“

Eine Reaktion auf aktuelle Gegebenheiten

Lemon erklärte, dieser Schritt sei eine Reaktion auf „laufende missionarische, administrative und organisatorische Überlegungen“, und diese Umstrukturierung „spiegele ein gemeinsames Engagement wider, die Verkündigung zu stärken, die administrative Effizienz zu steigern und die Ressourcen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland verantwortungsvoll zu verwalten“. Er fügte hinzu, dass „die Fusion auf einer mehrjährigen, wachsenden Zusammenarbeit zwischen den beiden Verbänden aufbaut, einschließlich der Zusammenlegung von Abteilungen, gemeinsamer strategischer Planung und der Konsolidierung der Verwaltungsabläufe“. Er erklärte: „Diese Entwicklungen haben die Vorteile einer gemeinsamen Leitung … aufgezeigt und gleichzeitig Doppelarbeit und Komplexität reduziert.“

Ebenso erklärte die stellvertretende Generalsekretärin der Generalkonferenz, Karen Porter, dass die Gründung eines gemeinsamen deutschen Verbandes „für eine klarere Organisationsstruktur sorgen, die Fähigkeit verbessern wird, auf demografische und gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren, und einen flexibleren Einsatz personeller und finanzieller Ressourcen ermöglichen wird.“

Ein historischer Rückblick

Die Mitglieder des Exekutivausschusses und die geladenen Gäste sahen sich anschließend ein kurzes Video an, das die Geschichte und die Gründe für diesen Fusionsvorschlag darlegte. „Dieser Kontext erklärt, warum wir seit fast 40 Jahren konsequent daran arbeiten, einer stark überorganisierten Kirche eine schlanke Struktur zu geben“, erklärte der Sprecher des Videos zu Beginn der Präsentation. „Unser Ziel ist es, unseren Auftrag effizienter zu erfüllen und die frohe Botschaft vom Reich Gottes einer Gesellschaft im säkularen Europa zu verkünden.“

Das Video erläuterte, wie der Süddeutsche Verband 1984 die Prüfung einer möglichen Fusion initiierte und 1987 eine Expertengruppe beauftragt wurde, die Fusion zu untersuchen, die 1989 offiziell empfohlen wurde. „Der historische Fall des Eisernen Vorhangs eröffnete neue Möglichkeiten für die Einheit in ganz Deutschland, und die politische Wiedervereinigung von West- und Ostdeutschland veränderte die Landschaft der kirchlichen Organisation“, so der Sprechertext im Video.

Seit 1992 gab es mehrere gescheiterte Fusionsversuche, darunter eine getrennte Abstimmung im Jahr 2002, als der Norddeutsche Verband für die Fusion stimmte, der Süddeutsche Verband jedoch dagegen. Doch im Jahr 2013 leiteten beide Verbände den Prozess einer zunehmend engeren Zusammenarbeit ein und legten damit den Grundstein für die Zusammenlegung. „Trotz Rückschlägen wurde die Vision der Einheit nie aufgegeben“, und „die Zusammenarbeit wurde zur Brücke hin zu einer späteren Fusion.“

Seit 2014 umfassten diese Bemühungen einen gemeinsamen Finanzvorstand und einen gemeinsamen Sekretär (Vizepräsidenten), sowie ein gemeinsames Budget, gemeinsame Abteilungen und inzwischen auch ein gemeinsames Leitungsteam mit zwei Verbandspräsidenten. „Anstatt auf eine formelle Abstimmung über die Fusion zu warten, begannen die beiden Verbände in der Praxis als Einheit zu funktionieren – sie bauten Vertrauen auf, glichen Systeme an und zeigten, dass Einheit bereits möglich war. Diese Zeit brachte eine greifbare, dauerhafte Integration in allen Bereichen der Kirche hervor“, so der Sprecher des Videos.

Im November 2022 befürwortete die teilkontinentale adventistische Kirchenleitung für Mittel- und Südeuropa (Intereuropäische Division [EUD], Sitz: Bern/Schweiz), zu der auch Deutschland gehört, die Fusion einstimmig.

Unterstützung durch aktuelle Fakten und Daten

Zu den Fakten und Daten, die für eine Fusion sprechen, gehören ein leichter Rückgang der Mitgliederzahlen der adventistischen Freikirche in Deutschland (von 35.195 mündig getauften Mitgliedern im Jahr 2010 auf 34.577 im Jahr 2025) bei gleichzeitig relativer finanzieller Stärke, da die freiwilligen Kirchenbeiträge der Mitglieder (der so genannte „Zehnte“) von 39 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 51 Millionen Euro im Jahr 2025 gestiegen sind.

Laut den adventistischen Kirchenleitern aus Deutschland wird die Fusion die Arbeit der Kirche unterstützen – indem sie dem Gebiet in einer sich rasch wandelnden Gesellschaft hohe Agilität verleiht – und die Einheit stärken, da die Kirche in der Öffentlichkeit mit einer Stimme sprechen wird. Sie wird zudem für mehr Effizienz (schnellere Entscheidungen, Beseitigung von Doppelarbeit) und verbesserte Finanzen sorgen.

„Die Fusion ist nicht nur ein Zukunftsplan – sie ist bereits gegenwärtige Realität in der Praxis. Jahrelange bewusste Integration hat messbare Ergebnisse hervorgebracht, die zeigen, dass das Modell funktioniert“, sagte der Sprecher des Videos.

Reinvestition in die Arbeit der Kirche

Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen werden bereits in das Missionswachstum reinvestiert, sagten regionale Kirchenleiter. „Bei der organisatorischen Integration geht es nicht nur darum, Geld zu sparen; es geht darum, jeden frei gewordenen Euro in die eigentliche Arbeit der Kirche umzulenken.“ Diese Gewinne haben sich bereits in 492.000 Euro für Evangelisation und Kleingruppenarbeit in ganz Deutschland, 1,57 Millionen Euro für HopeTV und rund eine Million Euro für Gemeindegründungsinitiativen niedergeschlagen.

Der Antrag, der nächsten Generalkonferenz-Vollversammlung, die für das Jahr 2030 geplant ist, die (üblicherweise nachträgliche) Zustimmung zur Fusion zu empfehlen, wurde mit 170 zu 4 Stimmen angenommen. Die Zusammenlegung kann von den Delegierten der beiden deutschen Verbände bereits auf ihrer turnusgemäßen Sitzung im Frühjahr kommenden Jahres beschlossen werden und würde zum 1. Juni 2027 in Kraft treten.

Informationen über die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland gibt es unter www.adventisten.de

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[lifepr.de] · 16.04.2026 · 15:20 Uhr
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