Adidas navigiert geschickt durch Zollturbulenzen
Trotz der Herausforderungen durch US-Zölle zeigt sich der Sportartikelgigant Adidas resilient und bedient seine Märkte mit flinker Strategie. Laut Björn Gulden, dem umsichtigen Konzernchef, werden die zu erwartenden Einbußen für dieses Jahr auf 120 Millionen Euro reduziert – weit weniger als die ursprünglich prognostizierten 200 Millionen Euro. Den größten Druck erwarten die Franken im vierten Quartal, was sich bereits am Aktienmarkt zeigte, da Adidas zur Mittagszeit einen Kursrückgang von 4 Prozent hinnehmen musste.
Der kluge Schachzug, gezielt Preise in den USA für ausgewählte Produktneuheiten zu erhöhen, sowie die geschickte Verlagerung der Produktion in zollgünstigere Regionen, etwa die Stärkung der Eigenfertigung in China, leihen dem Unternehmen Flexibilität. Doch Gulden warnt vor größeren Herausforderungen im kommenden Jahr. Besonders die indirekten Auswirkungen der Zölle könnten das Geschäft belasten, beispielsweise durch eine geminderte Kaufkraft infolge steigender Inflation oder Rabattkriege im Handel.
Nichtsdestotrotz bleibt Adidas zuversichtlich, angeleitet von Rekorden im dritten Quartal und einer optimistisch revidierten Jahresprognose. Die bevorstehenden olympischen Winterspiele und die Fußballweltmeisterschaft in Nordamerika bieten dem Konzern spannende Chancen für 2026. Seit seinem Wechsel von Puma im Jahr 2023 hat Gulden die Finanzen von Adidas stabilisiert und eine operative Gewinnmarge von 10 Prozent erzielt.
Der Netto-Gewinn aus fortgeführten Geschäften beeindruckte mit 1,293 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten 2025, im Vergleich zu 851 Millionen Euro im Vorjahr.

