ADAC-Verkehrspräsident tritt zurück: Ein Interview und seine Folgen
Der ADAC steht nach einer bemerkenswerten Austrittswelle vor einem personellen Umbruch. Gerhard Hillebrand, bislang Verkehrspräsident des Automobilclubs, hat sein Amt niedergelegt. Diese Entscheidung folgt auf einen bemerkenswerten Sturm der Entrüstung und massenhafte Kündigungen, die infolge seiner Aussagen in einem Interview Ende 2025 mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung» aufkamen.
Im Interview befürwortete Hillebrand die CO2-Bepreisung als ein zentrales Mittel zur Erreichung der Klimaschutzziele. Er hob hervor, dass solche Anreize notwendig sind, um den Umstieg auf umweltfreundlichere Fahrzeugtechnologien, weg von Benzin und Diesel, zu fördern. Zwar mahnte er zur Behutsamkeit hinsichtlich Preisspitzen; dennoch führte dies unter ADAC-Mitgliedern zu Verstimmungen und mündete in rund 60.000 Kündigungen.
Konfrontiert mit diesem Reputationsschaden, zog Hillebrand persönlich Konsequenzen und nahm seinen Hut im Sinne des Vereinsimages. Karsten Schulze, der bisherige Technikpräsident, wird nun interimistisch seine Aufgaben übernehmen. Der ADAC selbst bedauert die Welle an Kündigungen und plant, das verlorene Vertrauen durch zielgerichtete Mitgliederwerbung zurückzugewinnen.
Erfreulich für den Verein: Trotz der Abwanderung konnte im Januar die Mitgliederzahl durch den Beitritt von über 100.000 Personen stabilisiert werden, was das Niveau des Vorjahres widerspiegelt. Eine genaue Analyse, ob sich die Mitgliederbilanz positiv entwickelt, gestaltet sich jedoch schwierig angesichts weiterer Kündigungsgründe und der zeitlich verzögerten Wirksamkeit von Vertragskündigungen.

