ADAC und die Herausforderung der Glaubwürdigkeit: Rücktritt nach Mitgliederprotest
Der ADAC steht nach einer bemerkenswerten Austrittswelle unter Zugzwang, da der Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand sein Amt niedergelegt hat. Der Rücktritt erfolgt nach einem kontroversen Interview, in dem Hillebrand seine Unterstützung für die CO2-Bepreisung zum Ausdruck brachte, was zu einem erheblichen Reputationsverlust für den Automobilclub führte.
In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" erklärte Hillebrand, dass das Instrument der CO2-Bepreisung unerlässlich sei, um klimafreundliche Verkehrsalternativen zu fördern. Er betonte jedoch die Notwendigkeit, Preiserhöhungen in einem moderaten Tempo voranzutreiben. Diese Aussagen führten laut ADAC zu rund 60.000 Kündigungen und einer daraus resultierenden Krise in der Mitgliederbindung.
Um den entstandenen Schaden zu begrenzen, hat der ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze kommissarisch die Aufgaben von Hillebrand übernommen. Man bedauert, dass die Äußerungen des ehemaligen Präsidenten zu einer solchen Verärgerung geführt haben und versucht nun, enttäuschte Mitglieder durch intensive Werbekampagnen zurückzugewinnen.
Interessanterweise verzeichnete der ADAC im Januar dennoch über 100.000 neue Mitglieder, was dem Vorjahresniveau entspricht. Jedoch bleibt die genaue Mitgliederentwicklung unklar, da Kündigungen erst nach Ablauf einer Frist wirksam werden und weitere Abgänge aus unterschiedlichen Gründen hinzukommen können. Nichtsdestotrotz meldete der ADAC zuletzt über das Jahr gesehen stetige Mitgliederzuwächse.

