ACS überschreitet 30-Prozent-Schwelle bei Hochtief
04. Januar 2011, 09:05 Uhr · Quelle: Dow Jones
(NEU: Kommentar Hochtief, Hintergrund)
Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT/MADRID (Dow Jones)--Die Actividades de Construcción y Servicios (ACS) hat ihr erstes Ziel bei der Übernahme der Hochtief AG erreicht und die Schwelle von 30% an dem Essener Baukonzern überschritten. Bis zum Ende der ersten Annahmefrist des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots am 29. Dezember 2010 wurden ACS 2.375.523 Hochtief-Aktien angedient, wie der spanische Großaktionär von Hochtief am Dienstag mitteilte. Damit ist der ACS-Anteil an den Essenern auf 30,34% gestiegen.
Mit dem Überschreiten der 30-Prozent-Marke ist ACS von einem teuren Pflichtangebot befreit und kann weitere Aktien am Markt einsammeln, ohne sich an weitere Fristen halten zu müssen. Erklärtes Ziel der Spanier ist die Übernahme von etwas mehr als 50% an Hochtief. Damit könnte ACS das Essener MDAX-Unternehmen in der eigenen Bilanz konsolidieren.
Die weitere Annahmefrist beginnt am 5. Januar 2011. Während dessen gelten dieselben Angebotsbedingungen wie zuvor. Das Tauschverhältnis, nach dem Hochtief-Aktionäre neun ACS-Aktien für jeweils fünf Hochtief-Papiere erhalten, bleibt unverändert. Die zusätzliche Annahmefrist endet am 18. Januar um 24.00 Uhr MEZ. ACS geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass das gesamte Angebotsverfahren Anfang Februar 2011 abgeschlossen sein wird.
Ein Hochtief-Sprecher sagte, es müsse abgewartet werden. An die weitere Annahmefrist schließe sich ein siebentägiges Rücktrittsrecht an. Klarheit über den exakten Anteil und damit den Erfolg des Übernahmeangebots werde man daher erst Ende Januar haben.
Das Hochtief-Management und der Aufsichtsrat hatten den Aktionären empfohlen, das Angebot nicht anzunehmen, da es weder attraktiv sei, noch den Wert des Unternehmens widerspiegele oder Hochtief Vorteile bringe. Sie befürchten, dass Hochtief zerschlagen werden könnte.
ACS hat dies bislang zurückgewiesen und zugesichert, Hochtief als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen zu erhalten. Mit der Gewerkschaft IG Bau schloss ACS eine Vereinbarung, nach der ACS die Rechte der Arbeitnehmer garantiert. Dies hatte zu einem offenen Zerwürfnis zwischen Gewerkschaft und dem Hochtief-Betriebsrat geführt, der sich übergangen fühlte.
Unterdessen schreibt das "Handelsblatt" in seiner Dienstagsausgabe, Hochtief hoffe darauf, dass die Börsenaufsicht BaFin das Angebot in letzter Minute für ungültig erklärt. Die Zeitung schreibt unter Berufung auf Unternehmenskreise, Hochtief verdächtige ACS und den Investmentfonds Southeastern Asset Management einer möglicherweise geheimen Absprache. Southeastern ist sowohl an ACS als auch an Hochtief beteiligt und hatte erklärt, das Übernahmeangebot für rund zwei Mio ihrer etwa 4 Mio Hochtief-Aktien annehmen zu wollen. Hochtief wollte dies nicht kommentieren.
Die Aktie des Essener Baukonzerns verlor im frühen Handel 1,4% auf 63,38 EUR.
Webseite: www.acs-offer.com www.hochtief.de -Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 69 29725119, [email protected] DJG/nas/brb
Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT/MADRID (Dow Jones)--Die Actividades de Construcción y Servicios (ACS) hat ihr erstes Ziel bei der Übernahme der Hochtief AG erreicht und die Schwelle von 30% an dem Essener Baukonzern überschritten. Bis zum Ende der ersten Annahmefrist des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots am 29. Dezember 2010 wurden ACS 2.375.523 Hochtief-Aktien angedient, wie der spanische Großaktionär von Hochtief am Dienstag mitteilte. Damit ist der ACS-Anteil an den Essenern auf 30,34% gestiegen.
Mit dem Überschreiten der 30-Prozent-Marke ist ACS von einem teuren Pflichtangebot befreit und kann weitere Aktien am Markt einsammeln, ohne sich an weitere Fristen halten zu müssen. Erklärtes Ziel der Spanier ist die Übernahme von etwas mehr als 50% an Hochtief. Damit könnte ACS das Essener MDAX-Unternehmen in der eigenen Bilanz konsolidieren.
Die weitere Annahmefrist beginnt am 5. Januar 2011. Während dessen gelten dieselben Angebotsbedingungen wie zuvor. Das Tauschverhältnis, nach dem Hochtief-Aktionäre neun ACS-Aktien für jeweils fünf Hochtief-Papiere erhalten, bleibt unverändert. Die zusätzliche Annahmefrist endet am 18. Januar um 24.00 Uhr MEZ. ACS geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass das gesamte Angebotsverfahren Anfang Februar 2011 abgeschlossen sein wird.
Ein Hochtief-Sprecher sagte, es müsse abgewartet werden. An die weitere Annahmefrist schließe sich ein siebentägiges Rücktrittsrecht an. Klarheit über den exakten Anteil und damit den Erfolg des Übernahmeangebots werde man daher erst Ende Januar haben.
Das Hochtief-Management und der Aufsichtsrat hatten den Aktionären empfohlen, das Angebot nicht anzunehmen, da es weder attraktiv sei, noch den Wert des Unternehmens widerspiegele oder Hochtief Vorteile bringe. Sie befürchten, dass Hochtief zerschlagen werden könnte.
ACS hat dies bislang zurückgewiesen und zugesichert, Hochtief als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen zu erhalten. Mit der Gewerkschaft IG Bau schloss ACS eine Vereinbarung, nach der ACS die Rechte der Arbeitnehmer garantiert. Dies hatte zu einem offenen Zerwürfnis zwischen Gewerkschaft und dem Hochtief-Betriebsrat geführt, der sich übergangen fühlte.
Unterdessen schreibt das "Handelsblatt" in seiner Dienstagsausgabe, Hochtief hoffe darauf, dass die Börsenaufsicht BaFin das Angebot in letzter Minute für ungültig erklärt. Die Zeitung schreibt unter Berufung auf Unternehmenskreise, Hochtief verdächtige ACS und den Investmentfonds Southeastern Asset Management einer möglicherweise geheimen Absprache. Southeastern ist sowohl an ACS als auch an Hochtief beteiligt und hatte erklärt, das Übernahmeangebot für rund zwei Mio ihrer etwa 4 Mio Hochtief-Aktien annehmen zu wollen. Hochtief wollte dies nicht kommentieren.
Die Aktie des Essener Baukonzerns verlor im frühen Handel 1,4% auf 63,38 EUR.
Webseite: www.acs-offer.com www.hochtief.de -Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 69 29725119, [email protected] DJG/nas/brb

