Abschied von Jimmy Carter: Ein Staatsbegräbnis in Zeiten des Wandels
Der Leichnam des ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter wird bald in Washington erwartet, wo eine drei Tage andauernde Trauerzeremonie stattfindet. Den Auftakt bildet das Aufgebahrtsein Carters im US-Kapitol, bevor am Donnerstag ein Trauergottesdienst in der Washington National Cathedral abgehalten wird.
Carters Staatsbegräbnis fällt in eine politisch bedeutsame Phase, da der neu gewählte republikanische Präsident Donald Trump die Amtsgeschäfte vom demokratischen Präsidenten Joe Biden übernehmen wird. Aus Sicherheitsgründen wurde das Kapitol mit kilometerlangen Absperrungen umgeben, da sich Trumps Amtseinführung am 20. Januar nähert.
Der 39. Präsident der Vereinigten Staaten, der von 1977 bis 1981 im Amt war, verstarb am 29. Dezember im Alter von 100 Jahren. Obwohl seine Präsidentschaft aufgrund wirtschaftlicher Herausforderungen und der Geiselkrise im Iran als schwierig gilt, hat sich Carters Ansehen als engagierter Humanist in den darauffolgenden Jahrzehnten gefestigt. 2002 wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Carter lebte länger als jeder andere amerikanische Präsident und befand sich knapp zwei Jahre vor seinem Tod in Hospizpflege. Zuletzt trat er bei der Beerdigung seiner Frau Rosalynn im November 2023 öffentlich auf. Präsident Biden hat eine 30-tägige Staatstrauer mit Halbmastbeflaggung angeordnet, was bei Trump auf Missfallen gestoßen ist.
Der Leichnam Carters wird aus Atlanta eintreffen und in einem Trauergeleit über die Pennsylvania Avenue, mit einem Zwischenstopp am U.S. Navy Memorial, zum Kapitol gelangen. Dort wird ab 15 Uhr Ortszeit eine Gedenkzeremonie für Abgeordnete stattfinden und die Öffentlichkeit kann bis Mitternacht Abschied nehmen. Am Mittwoch wird die Aufbahrung mit militärischen Ehren fortgesetzt, bevor der Leichnam am Donnerstag zum Nationaldom gebracht wird.
Sowohl Biden als auch Trump werden bei der Trauerfeier erwartet, wobei Biden die Laudatio halten wird. Anschließend kehrt Carter in seine Heimat Georgia zurück, wo seine Beisetzung in seiner Geburtsstadt Plains geplant ist.

