Abhol-Automaten: Aldi Süd wagt sich auf neues Terrain
Nach der Supermarkt-Kette Rewe geht nun auch der Discounter-Gigant Aldi Süd innovative Wege und testet Abhol-Automaten in ausgewählten Standorten. Diesen Sommer begann der Testlauf, der auf bestimmte Regionen und eine begrenzte Zeitspanne beschränkt ist. Ein Vertreter des Unternehmens bestätigte dies auf Nachfrage und verwies auf einen Bericht der «Lebensmittel Zeitung». In Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr stehen die ersten dieser sieben Meter langen, drei Meter breiten und dreieinhalb Meter hohen Kühlcontainer – eine Premiere für den Discounter mit seinen rund 2.000 Filialen in Deutschland. Aldi Süd möchte mit diesem Nischenprojekt, welches im Online-Shopping-Zeitalter entstanden ist, das neue Einkaufsverhalten der Kunden besser verstehen. Dabei hat sich der Discounter-Konkurrent Rewe bereits flächendeckend im Bereich der Lieferdienste und Abhol-Automaten engagiert. Kunden, die über mein-aldi.de oder die dazugehörige App bestellen, können ihre Ware am nächsten Tag oder bis zu fünf Werktage später abholen. Eine Abholung am Tag der Bestellung ist hingegen nicht möglich. Im inneren des Containers lagern gekühlte Frischwaren und Tiefkühlprodukte. Selbst Reinigungsartikel werden bei Bedarf gekühlt bereitgestellt. Hierbei gilt ein Mindestbestellwert von 20 Euro, zusätzliche Gebühren für die Nutzung des Automaten fallen jedoch nicht an. Bei der Abholung scannt der Kunde einen QR-Code an dem Gerät, woraufhin sich eine Glastür öffnet und eine Papiertüte mit den bestellten Artikeln bereitstellt. In Düsseldorf ist diese Art der Bestellung zwischen 15.15 Uhr und 21 Uhr möglich. Die Abhol-Automaten bilden somit einen zusätzlichen Zweig des sogenannten Click & Collect-Systems, bei dem Kunden online bestellen und ihre Einkäufe später ohne Wartezeit an der Kasse abholen. Rewe setzt auf eine ähnliche Strategie: Rund die Hälfte ihrer 1.800 Filialen in Deutschland bietet Abholung an. Doch nur 16 dieser Standorte verfügen über Abhol-Automaten, die meist in Großstädten wie Köln und Berlin installiert sind und rund um die Uhr zugänglich sind. Ein Rewe-Sprecher betont, dass die Automaten den Kunden mehr Flexibilität bieten, vor allem in Innenstadtlagen, wo weniger Raum für große Märkte verfügbar ist. Dennoch bleibt der Fokus auf den stationären Abholservice innerhalb der Märkte. Marketing-Experte Martin Fassnacht von der WHU - Otto Beisheim School of Management steht dem ökonomischen Nutzen solcher Abhol-Automaten skeptisch gegenüber. Die hohen Kosten für Kühlung und Strom, sowie das Fehlen von Impulskäufen könnten die Wirtschaftlichkeit einschränken. Gleichzeitig bietet der Rund-um-die-Uhr-Zugang in etlichen Supermärkten bereits ausreichende Flexibilität für die meisten Verbraucher. Interessanterweise hat Aldi Norte keine Ambitionen in diesen Bereich und konzentriert sich stattdessen auf die Modernisierung ihrer Filialen, um ein einfacher und schnelleres Einkaufserlebnis zu gewährleisten. Der ALDI Nord-Sprecher betont, dass dieser Fokus auf Modernisierung und Effizienz für die Kundschaft von entscheidender Bedeutung sei.

