3G Capital übernimmt Skechers für 9,4 Milliarden Dollar – Gründerfamilie bleibt an Bord
Nach langer Pause meldet sich 3G Capital eindrucksvoll am Übernahmemarkt zurück: Die US-brasilianische Beteiligungsgesellschaft kauft den amerikanischen Sportschuhhersteller Skechers für rund 9,4 Milliarden Dollar in bar. Aktionären wird ein Kaufangebot von 63 Dollar je Aktie unterbreitet – ein Aufschlag von knapp 30 Prozent auf den letzten Börsenschluss. Alternativ können sie 57 Dollar in bar plus eine Beteiligung an einer neuen Holdinggesellschaft wählen, unter deren Dach Skechers künftig firmieren wird.
Der Deal markiert nicht nur die Rückkehr von 3G zu großen Transaktionen, sondern auch eine Wette auf organisches Wachstum – ungewöhnlich für ein Unternehmen, das bislang vor allem durch radikale Konsolidierungsstrategien bekannt wurde. Personen aus dem Umfeld von 3G betonen, dass man Skechers nicht primär als Plattform für weitere Zukäufe sehe, sondern den Ausbau des Geschäfts aus eigener Kraft priorisiere.
Bemerkenswert ist zudem, dass die Gründerfamilie Greenberg an Bord bleibt: Robert Greenberg, der das Unternehmen 1992 gründete, führt es weiterhin als CEO, sein Sohn Michael bleibt Präsident. Der Hauptsitz in Kalifornien bleibt erhalten.
Skechers hatte im ersten Quartal 2025 einen Umsatzrekord von 2,41 Milliarden Dollar erzielt, verzichtete angesichts der globalen Unsicherheiten aber auf eine Prognose fürs Gesamtjahr. Hintergrund ist vor allem die US-Handelspolitik unter Präsident Donald Trump: Neue Importzölle von bis zu 145 Prozent auf Schuhe aus China belasten die Marge massiv. Bereits im April warnte Skechers zusammen mit anderen Branchengrößen vor einem „existentiellen Risiko“ für den US-Schuhhandel.
Fast 40 Prozent des Skechers-Umsatzes entfallen auf den Heimatmarkt USA – gefertigt wird hingegen vor allem in China und Vietnam. In einem Brief an das Weiße Haus forderte das Unternehmen zuletzt Ausnahmen für Schuhe von den Strafzöllen, da sonst Lieferengpässe und drastische Preissteigerungen drohten.
Trotz dieser Herausforderungen setzt 3G Capital auf das langfristige Potenzial der Marke und geht mit einem Modell an den Start, das auch Minderheitsbeteiligungen für Altaktionäre ermöglicht – ein eher ungewöhnlicher Schritt bei einer klassischen Privatisierung. Der Abschluss der Transaktion ist für das dritte Quartal 2025 geplant. Zustimmung kam einstimmig vom Skechers-Board.

