23 Tote bei Ausschreitungen in Indiens Hauptstadt Neu Delhi

26. Februar 2020, 16:07 Uhr · Quelle: dpa

Neu Delhi (dpa) - Mindestens 23 Menschen sind bei den schwersten Ausschreitungen seit Jahrzehnten in der indischen Hauptstadt Neu Delhi ums Leben gekommen. Hintergrund der Gewalt sind massive Spannungen zwischen der Hindu-Mehrheit und der muslimischen Minderheit. Indien kommt nicht zur Ruhe, seit Premierminister Narendra Modi ein Einbürgerungsgesetz durchgedrückt hat, das nach Ansicht von Kritikern gezielt Muslime diskriminiert. Modis populistische Partei hat vor allem die Interessen der Hindus im Sinn. Diese macht 80 Prozent der Bevölkerung aus.

Insbesondere der Nordosten der Hauptstadt Neu Delhi ist diesmal von Gewaltausbrüchen betroffen. Dort wohnen besonders viele Muslime. Seit Wochenbeginn gingen verschieden Gruppen mit Steinen und Stöcken aufeinander los. Sie setzten Moscheen, Läden, Häuser und Autos in Brand, wie Fernsehbilder zeigen. Rund 200 Menschen seien verletzt worden, hieß es am Mittwoch von einem großen örtlichen Krankenhaus.

Unmittelbarer Auslöser des Gewaltausbruchs in Neu Delhi war eine Rede eines Politikers der hindunationalistischen Regierungspartei von Premier Modi. Darin forderte er die Polizei auf, friedliche muslimische Demonstrantinnen, die ohne Genehmigung den Eingang einer Metrostation blockierten, zu entfernen - ansonsten würde das Volk das tun. Oppositionspolitiker kritisierten, dass solche Reden im mehrheitlich hinduistischen Land zunehmend Hass gegen Muslime schürten.

Generell fühlen sich viele Muslime in Indien zunehmend unwohl. Sie sind die größte Minderheit und machen rund 14 Prozent der Bevölkerung aus. Innenminister Amit Shah etwa nannte Muslime schon «Termiten».

Und nun demonstrieren Zehntausende Menschen seit Wochen gegen das Einbürgerungsgesetz. Dieses erleichtert vielen illegal eingereisten Migranten aus drei mehrheitlich muslimischen Nachbarländern die Einbürgerung - sofern sie keine Muslime sind. Bei einigen Protesten gab es Gewalt und Tote.

Besonders brutal gingen Menschen am Dienstag während des Staatsbesuchs von US-Präsident Donald Trump aufeinander los. Um die Situation unter Kontrolle zu bringen, rief der Regierungschef der Hauptstadt, Arvind Kejriwal, Premierminister Modi auf, das Militär zur Hilfe zu schicken.

Modi hingegen versuchte zu beschwichtigen. Er rief die Bürger der Hauptstadt am Mittwoch auf Twitter auf, friedlich zu sein. Die Politiker seiner Partei warfen ihrerseits der Opposition vor, sie hätten zur Gewalt angestachelt. Sie hätten das Bild Indiens während des Besuchs von Trump beschmutzen wollen, wie es aus dem Innenministerium hieß.

Doch Trump ließ sich von der Gewalt nicht beeindrucken. Er sagte, Modi habe ihm versichert, dass es in seinem Land Religionsfreiheit gebe. Wenige Kilometer von den Ausschreitungen entfernt, schwärmte er am Dienstag in einem Luxushotel von der «phänomenalen Zukunft» Indiens. Und seine Gattin Melania Trump nahm an einer Schulstunde zum Thema Glück teil - eine solche steht an öffentlichen Schulen in der Hauptstadt jeden Tag auf dem Programm. Doch im Nordosten Neu Delhis, wo es die Proteste gab, fielen die Glücksstunden am Mittwoch aus. Dort blieben die Schulen wegen der Gewalt geschlossen.

Gesellschaft / Religion / Konflikte / Indien / USA
26.02.2020 · 16:07 Uhr
[0 Kommentare]
Iran-Krieg - Israel
Teheran/Tel Aviv (dpa) - Knapp zwei Wochen nach dem Start des Kriegs zwischen den USA und Israel mit dem Iran halten die Angriffe beider Seiten unvermindert an und die Golfregion und der Libanon bleiben weiter unter Beschuss. Irans am Sonntag ernannter neuer Religionsführer und Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei forderte in einer ersten im […] (01)
vor 7 Minuten
„Ok, Boomer": Wohl kein Leser dieser Zeilen dürfte diesen herablassenden Spruch noch nicht gehört haben. Eines muss man allerdings jenseits von aller Kritik feststellen: Was das Eigenheim anbelangt, haben die grob zwischen 1946 und 1964 geborenen Babyboomer stärker vorgelegt als alle Generationen davor und danach – und das obendrein in einem […] (00)
vor 1 Stunde
Ermittlungen im Netz.
Berlin (dpa) - Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundespolizei sollen zusätzliche Ermittlungsbefugnisse im digitalen Raum erhalten. Das geht aus Entwürfen für ein Reformpaket hervor, auf das sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) verständigt haben. Länder und Verbände werden in den nächsten Wochen Gelegenheit haben, zu […] (00)
vor 1 Stunde
Viraler Überraschungserfolg: Pokémon Pokopia treibt Nintendos Börsenkurs in die Höhe
Manche Spiele kommen leise, erobern dann aber im Sturm alles, was in ihrer Reichweite liegt. Pokémon Pokopia gehört offenbar genau zu dieser Sorte – kaum jemand hatte den Titel wirklich auf dem Schirm, doch seit seiner Veröffentlichung reissen sich Spieler weltweit um physische Exemplare, und selbst die Börse hat die Wucht des Releases zu spüren […] (00)
vor 5 Minuten
Streaming-Starts: «Temptation Island» und «Maxima» gehen weiter
Liebe wird auf die Probe gestellt - allerdings in unterschiedlicher Weise. Einmal auf trashiger, ein anderes Mal auf royaler Ebene. Start des Streaming-Trashs Temptation Island: Auch in Staffel 8 stellen sich vier Paare dem Treuetest im Reality-TV. Sie wollen herausfinden, wie stark ihre Beziehung ist. Denn ab dem 24. März bei RTL+ heißt es wieder: getrennte Wege, keine Kontaktmöglichkeiten und […] (00)
vor 2 Stunden
Annett Kaufmann
Stuttgart (dpa) - Die deutsche Tischtennis-Spielerin Annett Kaufmann hat öffentlich von Morddrohungen gegen sie in den sozialen Netzwerken berichtet. «Es wurde genau geschildert, wie ich umgebracht werden soll», sagte die 19 Jahre alte Junioren-Weltmeisterin und Mannschafts-Europameisterin in einem Talkformat der «Stuttgarter Zeitung» und der «Stuttgarter Nachrichten». Als Reaktion […] (01)
vor 26 Minuten
Kahlschlag bei Evotec: 800 Jobs weg – stürzt die Aktie jetzt komplett ab?
Das neue Strategieprogramm Horizon erzwingt harte Einschnitte in die globale Konzernstruktur Der Hamburger Biotech-Konzern Evotec reagiert auf die anhaltende operative Krise mit einem massiven Umbau seiner Unternehmensstruktur. Das Management hat die sofortige Schließung von vier weltweiten Standorten beschlossen. Durch diese drastische Konsolidierung […] (00)
vor 1 Stunde
1.000 € für Sprachförderung in der Kita
Gierstädt, 12.03.2026 (lifePR) - Förderung von Bildung und Sprachentwicklung im Kindergartenalltag: Für sein Projekt „Sprachförderung in der Kita“ erhält der Kindergarten Gierstädt 1.000€ Preisgeld von der Town & Country Stiftung. Im Rahmen ihres nun schon 12. Stiftungspreises fördert die Town & Country Stiftung bundesweit Projekte der Kinder- und […] (00)
vor 1 Stunde
 
Computer-Nutzer (Archiv)
Berlin - Der Ex-BND-Vizepräsident Arndt Freytag von Loringhoven zählt zu den Opfern […] (00)
Hersteller ruft Zwiebelmett zurück
Köln (dpa) - Wegen Salmonellengefahr ruft die OVO Vertriebs GmbH bei Penny verkauftes […] (00)
Bundesrechnungshof (Archiv)
Bonn - Bundesrechnungshof-Präsident Kay Scheller warnt die Bundesregierung vor einem […] (00)
Polizei (Archiv)
Schwerin - Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Wolfgang Blank (parteilos) ist […] (00)
Pokémon Pokopia: So besuchst du die Entwickler-Insel und holst dir Bauinspiration
Pokémon Pokopia hat eine der kreativsten Funktionen, die ein Pokémon-Spiel je hatte: […] (00)
NVIDIA zerschlägt den Laptop-Markt: Intel-Deal und ARM-Offensive ändern alles
NVIDIA vollzieht derzeit eine der aggressivsten Strategieanpassungen der jüngeren […] (00)
Andrea Bocelli
(BANG) - Andrea Bocelli hat Timothée Chalamet zu einem seiner Konzerte eingeladen, […] (00)
Bayer Leverkusen - FC Arsenal
Leverkusen (dpa) - Rückkehrer Kai Havertz klatschte mit den Leverkusener Spielern ab […] (07)
 
 
Suchbegriff