Zwist im Westminster: Liz Truss fordert Starmer zum Schweigen auf
In einem bemerkenswerten Schritt hat die ehemalige britische Premierministerin Liz Truss rechtliche Schritte gegen Sir Keir Starmer eingeleitet und ihm in einem Schreiben untersagen lassen, weiterhin zu behaupten, sie sei verantwortlich für das 'Krachen der Wirtschaft'. Das von der britischen Anwaltskanzlei Asserson versandte Schreiben, das dem Financial Times vorliegt, beschreibt die Aussagen als 'falsch und verleumderisch'.
Die einstige Premierministerin sieht in Starmers Äußerungen nicht nur einen erheblichen Schaden für ihren Ruf, sondern auch einen möglichen Einfluss auf ihren Verlust eines Parlamentsmandats bei der letzten allgemeinen Wahl. In dem Schreiben wird unterstrichen, dass Truss hofft, durch die Unterlassungsaufforderung weiteren Schaden abzuwenden.
In Erinnerung bleibt ihre kurze Amtszeit im Jahr 2022, die mit einem dramatischen Absturz des Pfunds und steigenden Kreditkosten für Großbritannien verbunden war. Dies folgte auf ihren 'Mini'-Haushalt, der unter anderem unbezahlte Steuersenkungen in Höhe von 45 Milliarden Pfund umfasste. Der geballte wirtschaftliche Druck zwang sie nach nur 44 Tagen zum Rücktritt.
Interessanterweise könnte dieser Vorstoß von Truss für Unmut in Westminster sorgen, da sie sich als Verfechterin der freien Meinungsäußerung profiliert hat. Sie hatte sich unter anderem öffentlich hinter Elon Musks Agenda für freie Rede gestellt und äußerte sich empört über Angriffe auf die Meinungsfreiheit in Großbritannien und Europa.
Kritik an ihrer Regierungszeit begegnet sie indes entschieden, wie ihr vergangenes abruptes Verlassen der Bühne nach Buhrufen bei einer Veranstaltung belegt. Truss' Anwälte erheben schwere Vorwürfe gegen Starmer und verlangen, dass er aufhört, auf beleidigende und unhaltbare Weise die Wirtschaftskrise auf sie zu schieben.
Die Aufforderung erfolgte im Geiste eines zivilen Umgangs zwischen hochrangigen Politikern. Aktuell äußert sich Truss auch auf der Social-Media-Plattform X und unterstützt Musks Kritik an Starmer, insbesondere in Bezug auf den Umgang mit historischen Missbrauchsfällen. Truss stimmt Musks Ansichten zu und teilt seine Tweets, in denen sie dessen Haltung ausdrücklich lobt.

