Zwischenfall im Gazastreifen bedroht Waffenruhe: Eskalation trotz Friedensbemühungen
Ein aufwühlender Zwischenfall im Gazastreifen stellt die kürzlich vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas erneut auf die Probe. Israels Militär reagierte mit umfassenden Angriffen auf das Küstengebiet, nachdem es im Süden zu einem mutmaßlichen Angriff auf israelische Soldaten gekommen war. Laut Angaben der Gesundheitsbehörde der Hamas wurden dabei mindestens 25 Menschen getötet und mehr als 70 weitere verletzt. Die israelische Armee erklärte, dass mehrere bewaffnete Personen in Chan Junis das Feuer auf ein Gebiet eröffneten, in dem sich israelische Soldaten aufhielten, was einen Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen darstelle. Die Hamas bestritt jedoch den Angriff auf Soldaten und bezeichnete die israeli Reaktion als Eskalation.
Trotz dieser Spannungen schreiten die Bemühungen um die Implementierung des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump voran. Der Plan sieht unter anderem die Entwaffnung der Hamas und die Schaffung einer internationalen Truppe vor. Zudem plant die Europäische Union, ihre Unterstützung auszuweiten und über die Mission Eupol Copps eine Führungsrolle beim Aufbau einer neuen Polizeitruppe im Gazastreifen zu übernehmen. Kurzfristig sollen zudem Rechts- und Sicherheitsstrukturen wiederhergestellt und palästinensische Sicherheitskräfte an einer von Deutschland mitfinanzierten Polizeiakademie ausgebildet werden.
Auch im Norden des Gazastreifens kam es zu einer Eskalation vor den jüngsten Angriffen. Dort übertraten mehrere Personen die sogenannte gelbe Linie und näherten sich israelischen Soldaten, woraufhin das Militär von einer Bedrohung sprach und eingriff. Ein weiterer Angriff auf ein von der Hamas genutztes Gebäude forderte laut palästinensischer Nachrichtenagentur Wafa zehn Menschenleben, darunter drei Minderjährige.
Angesichts der erneuten Gewalt appelliert die Hamas an die US-Regierung, Druck auf Israel auszuüben und die Einhaltung der Waffenruhe zu gewährleisten. Seit Beginn der Waffenruhe spricht die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde von rund 280 getöteten Palästinensern, darunter sowohl Zivilisten als auch Kämpfer; Angaben, die unabhängig nicht überprüfbar sind. Auf israelischer Seite fielen drei Soldaten Angriffen zum Opfer, die der Hamas zugeschrieben werden.

