Zwischen Spannung und Hoffnung: Ölpreise steigen angesichts geopolitischer Risiken

Die Ölpreise haben am Donnerstag einen Anstieg verzeichnet, maßgeblich befeuert durch die zunehmenden Spannungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. Analysten berichten, dass vor allem die Möglichkeit einer militärischen Auseinandersetzung zwischen beiden Nationen die Rohölpreise unterstützt. Für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April zahlte man zuletzt 71,01 US-Dollar, was einem Anstieg von 0,66 Dollar im Vergleich zum Vortag entspricht. Auch der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im März legte um 67 Cent auf 65,86 Dollar zu.
Hintergrund der aktuellen Entwicklung sind jüngste Indikationen aus Washington, dass ein militärischer Schlag gegen den Iran in Erwägung gezogen wird. CBS News berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, hohe Sicherheitsbeamte der USA hätten Präsident Trump signalisiert, dass ein Angriff ab Samstag möglich sei. Allerdings fehlt bisher eine finale Entscheidung des Präsidenten.
Die politischen Gespräche stehen im Schatten einer verstärkten US-Militärpräsenz in der Region. Washington hegt die Sorge, der Iran könnte in den Besitz nuklearer Fähigkeiten gelangen. Nachdem der iranische Staatsapparat im Januar gegen Proteste im eigenen Land hart durchgriff, drohte Trump der iranischen Führung mit einem militärischen Einschreiten, um einen atomaren Wettlauf zu verhindern. Indes bleibt der Iran als bedeutende Ölquelle strategisch höchst relevant.
Abseits dieses Konflikts endeten die zweitägigen Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Genf unerwartet ergebnislos. Trotz offener Fragen zur Beendigung des seit fast vier Jahren schwelenden Krieges rechnet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit einer Fortführung der Gespräche. Ob die nächste Runde erneut in der Schweiz stattfinden wird, ist derzeit offen, da Russland weder Termin noch Ort bestätigt hat.

