Eurowings stärkt Präsenz am Flughafen Berlin nach Ryanair-Abzug

Eurowings expandiert am Berliner Flughafen
Nach der Ankündigung von Ryanair, ihre Flugzeuge aus Berlin abzuziehen, hat die Lufthansa-Tochter Eurowings die Gelegenheit genutzt, um ihre Präsenz am Hauptstadtflughafen BER auszubauen. Im Rahmen des bevorstehenden Winterflugplans wird die Airline zwei neue Maschinen stationieren und zusätzliche Flüge anbieten, darunter eine Verbindung zur bisherigen Ryanair-Destination Bologna in Italien. Darüber hinaus wird das Angebot zu den beliebten Kanarischen Inseln Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote und Teneriffa erweitert.
Mit dieser Expansion erhöht sich die Anzahl der Eurowings-Flugzeuge am BER auf insgesamt elf, die dann fast 50 verschiedene Ziele anfliegen werden. Über 300 Crew-Mitglieder sind bereits für die neue Flotte eingeplant. Der CEO von Eurowings, Max Kownatzki, äußerte sich optimistisch über die Entwicklung des Standorts Berlin: "Wir glauben an Berlin und sehen - allen Krisen zum Trotz - gute Perspektiven für den Standort."
Die Entscheidung von Ryanair, sieben Flugzeuge aus Kostengründen abzuziehen und das Winterangebot in Berlin um die Hälfte zu reduzieren, hat die Luftfahrtlandschaft in der Region erheblich verändert. Die irische Airline begründete diesen Schritt mit hohen staatlichen Steuern, Gebühren und steigenden Flughafenentgelten. Die Gewerkschaft Verdi interpretiert den Abzug jedoch als Reaktion auf die Gründung eines Betriebsrats bei der Ryanair-Tochter Malta Air.
Inmitten dieser Entwicklungen berät der Bundestag in dieser Woche über die geplante Senkung der Luftverkehrsteuer, die von Ryanair als unzureichend kritisiert wurde. Die Kostenstruktur an deutschen Flughäfen steht zunehmend in der Kritik, und Kownatzki betont die Notwendigkeit international wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen, um den geplanten Netzausbau nachhaltig erfolgreich zu gestalten.
Lufthansa-Gruppe als Marktführer in Berlin
Mit den zusätzlichen Flügen von Eurowings festigt die Lufthansa-Gruppe ihre Position als Marktführer in Berlin. Neben Eurowings sind auch Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und SunExpress regelmäßig am Flughafen tätig. Mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent ist die Lufthansa-Gruppe der größte Anbieter in der Region. Die Hauptkonkurrenten, Easyjet und Ryanair, haben in den letzten Jahren ihr Angebot deutlich reduziert.
Die Herausforderungen, die durch die gestiegenen Kerosinkosten und die verdoppelten Steuern und Gebühren seit 2019 entstanden sind, wirken sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland aus. Kownatzki warnte, dass diese Faktoren viele Airlines dazu bewegen, Deutschland zu meiden, was letztlich Investitionen im Luftverkehrssektor hemmt. Diese Entwicklungen sind für Investoren von Bedeutung, da sie nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Airlines, sondern auch den Shareholder Value in einem zunehmend herausfordernden Marktumfeld beeinflussen.

