Zwischen Hoffnungen und Abgrenzungen: AfD und Union nach der Wahl
Nach dem jüngsten Wahlerfolg der Alternative für Deutschland (AfD) blickt deren Vorsitzende Alice Weidel bereits voller Optimismus auf die kommende Bundestagswahl. In der 'Berliner Runde' von ARD und ZDF äußerte sie die Überzeugung, dass die derzeitige Union mit SPD und Grünen keine beständige Regierung für eine komplette Legislaturperiode bilden könne. Mit einem selbstbewussten Tonfall verkündete Weidel zudem das Ziel, die Union in den kommenden Jahren zu überholen. Ihr Angebot der Zusammenarbeit schließt allerdings nur 'vernünftige Anträge' der Union mit ein, während sie eine Koalition mit linken Parteien kategorisch ablehnt.
Friedrich Merz, der Kanzlerkandidat der Union, reagierte umgehend auf Weidels Interpretation des Wahlergebnisses. Merz widersprach entschieden der Annahme, dass die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler ein Bündnis zwischen Union und AfD anstrebe. Er verwies darauf, dass er schon vor der Wahl eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen hatte. Zwischen den beiden Parteien bestünden erhebliche Differenzen, insbesondere in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik sowie bezüglich ihrer Sicht auf Europa, die Nato und den Euro. Merz machte deutlich, dass die Union bereit ist, ihre eigenen politischen Prinzipien zu wahren, und wies Weidels ausgestreckte Hand vehement zurück. Die tiefgreifenden Unterschiede in den politischen Zielen beider Parteien machen eine Zusammenarbeit aus Sicht der Union unmöglich.

