Zweitniedrigste Apfelernte der letzten zehn Jahre

10. Januar 2025, 08:40 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
Im Jahr 2024 wurde mit 872.000 Tonnen die zweitniedrigste Apfelernte seit 2014 verzeichnet, etwa 12,4 Prozent weniger als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre, bedingt durch ungünstige Witterungsverhältnisse. Während viele Bundesländer Ernteeinbußen hatten, erzielte Baden-Württemberg eine überdurchschnittliche Ernte.

Wiesbaden - Der Apfel ist weiterhin das mit Abstand am meisten geerntete Baumobst in Deutschland. Allerdings verzeichneten die Obstbaubetriebe im Jahr 2024 mit 872.000 Tonnen eine stark unterdurchschnittliche Apfelernte.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, wurden 2024 etwa 122.900 Tonnen oder 12,4 Prozent weniger Äpfel geerntet als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Das war nach dem Jahr 2017 mit 596.700 Tonnen die zweitniedrigste Erntemenge seit 2014. Die ebenfalls geringe Ernte des Jahres 2023 wurde um 69.200 Tonnen oder 7,4 Prozent unterschritten.

Grund für die geringe Apfelernte waren in erster Linie ungünstige Witterungsverhältnisse, die vor allem in den östlichen Bundesländern erhebliche Ernteausfälle von bis zu 90 Prozent gegenüber dem zehnjährigen Durchschnitt verursachten.

Im Frühjahr führten Spätfröste und Hagelschläge in vielen Obstanlagen zu Frostschäden und einem schlechten Fruchtansatz. Im weiteren Vegetationsverlauf wirkten sich eine feuchtkühle Witterung und regional auftretende starke Niederschläge negativ auf die Fruchtentwicklung aus und begünstigten das Auftreten von Krankheiten.

Nach endgültigen Zahlen waren die Auswirkungen jedoch geringer als im Rahmen vorläufiger Ernteschätzungen prognostiziert. Bei der ersten Ernteschätzung im Juli 2024 war noch erwartet worden, dass die Apfelernte im Jahr 2024 sogar um 26,3 Prozent oder 261.300 Tonnen geringer ausfallen würde als im zehnjährigen Durchschnitt.

Regional gab es mitunter große Unterschiede. Während die Menge geernteter Äpfel in nahezu allen Bundesländern deutlich unter dem Niveau der vergangenen Jahre lag, erzielten die Obstbaubetriebe in Baden-Württemberg, dem bedeutendsten Bundesland für den heimischen Apfelanbau, eine vergleichsweise gute Apfelernte. Diese lag mit 395.400 Tonnen etwa 19,4 Prozent über dem zehnjährigen Durchschnitt und machte damit rund 45,3 Prozent der bundesweit geernteten Äpfel aus. Die Obstbaubetriebe in Niedersachsen belegten mit 258.200 Tonnen Platz zwei der bedeutendsten Anbauregionen und ernteten 29,6 Prozent der deutschen Äpfel. In Niedersachsen lag die diesjährige Apfelernte 10,3 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt. Die prozentual stärksten Ernteeinbußen gegenüber dem Zehnjahresdurchschnitt verzeichneten die Anbaubetriebe in Sachsen (-92,6 Prozent) und Brandenburg (-82,2 Prozent).

Etwa drei Viertel (73,2 Prozent bzw. 638.900 Tonnen) der im Jahr 2024 geernteten Äpfel waren zur Vermarktung als Tafelobst vorgesehen. Als Verwertungs- oder Industrieobst, etwa zur Produktion von Fruchtsaft, Konserven oder Apfelwein, wurde rund ein Viertel der Ernte (25,8 Prozent bzw. 225.200 Tonnen) verwendet. Der Rest (0,9 Prozent bzw. 7.900 Tonnen) konnte aufgrund von Lager- oder Verarbeitungsverlusten nicht vermarktet werden.

Die Menge geernteter Pflaumen und Zwetschgen lag 2024 mit 43.800 Tonnen auf Vorjahresniveau. Die durchschnittliche Erntemenge der vergangenen zehn Jahre (45.000 Tonnen) wurde damit um 2,7 Prozent unterschritten. Je nach Anbauregion fiel die Pflaumenernte aber sehr unterschiedlich aus. In nahezu allen Bundesländern lagen die Erntemengen deutlich unter dem Niveau der vergangenen Jahre. Durch Spätfröste und das regenreiche Frühjahr kam es in vielen Obstanlagen zu erheblichen Schäden bis hin zu Totalausfällen. Nur in Baden-Württemberg, dem mit 1.700 Hektar bedeutendsten Bundesland für den Pflaumenanbau, wurden 25.600 Tonnen Pflaumen mehr geerntet als im zehnjährigen Durchschnitt (+52,9 Prozent). Die Obstbaubetriebe in Rheinland-Pfalz, dem Bundesland mit dem zweitgrößten Pflaumenanbau (900 Hektar), brachten mit 7.500 Tonnen eine um 31,6 Prozent geringere Erntemenge als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre ein. Vorwiegend aufgrund der überdurchschnittlich guten Ernte in Baden-Württemberg erzeugten die Obstbaubetriebe dieser beiden Bundesländer im Jahr 2024 auf 63,2 Prozent der Anbaufläche 75,6 Prozent aller deutschen Pflaumen.

Bundesweit wurden im Jahr 2024 auf einer Fläche von 4.100 Hektar Pflaumen und Zwetschgen für den Marktobstanbau angebaut. Dabei machte die Vermarktung als Tafelobst mit 85,5 Prozent (37.400 Tonnen) den größten Anteil aus. Zur Nutzung als Verwertungs- oder Industrieobst wurden nur 4.800 Tonnen (10,9 Prozent) verwendet. Unter die Kategorie "nicht vermarktet" fielen 1.600 Tonnen und damit 3,6 Prozent der Früchte.

An der gesamten erfassten Erntemenge von 995.600 Tonnen Baumobst im Jahr 2024 hatten Äpfel einen Anteil von rund 87,6 Prozent. Der Anteil von Pflaumen und Zwetschgen lag bei 4,4 Prozent. Zusätzlich wurden in Deutschland 39.000 Tonnen Birnen (3,9 Prozent), 27.900 Tonnen Süßkirschen (2,8 Prozent), 7.500 Tonnen Sauerkirschen (0,8 Prozent) sowie 5.500 Tonnen Mirabellen und Renekloden (0,6 Prozent) geerntet, so die Statistiker.

Wirtschaft / Deutschland / Nahrungsmittel
10.01.2025 · 08:40 Uhr
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