Zweifel an Freiwilligen: Alfons Mais fordert stärkere Bundeswehr
Der scheidende Heeres-Inspekteur Alfons Mais äußert erhebliche Zweifel an der derzeitigen Aufstockung der Bundeswehr durch den geplanten freiwilligen Wehrdienst. Er tritt für eine Verpflichtung zum Dienst ein, da er meint, das Vertrauen auf genug Freiwillige werde bald nicht mehr genügen. Vor seinem Rücktritt machte Mais deutlich, dass die Bundeswehr nicht nur auf den Aufwuchs der Reserve, sondern auch auf die aktive Schlagkraft der Einsatzkräfte setzen müsse.
Er betonte, die Bundeswehr müsse nicht nur logistische Drehscheiben bereitstellen, sondern auch neue Artillerie- und Pionierbataillone, um die Nato-Versprechen zu erfüllen. Mais warnte auch, dass die deutsche Politik sich beeilen müsse, um ihre Ziele zu erreichen – doch dies erfordere entschlossene Schritte, die bislang zu zögerlich gegangen würden.
Insbesondere fehlten die notwendigen infrastrukturellen und personellen Voraussetzungen, um den erforderlichen Personalaufwuchs zu bewältigen. Die zunehmenden hybriden Bedrohungen und internationalen Spannungen zeigten, dass schnelles Handeln erforderlich sei.
Das Bundeskabinett hatte beschlossen, den Dienst wieder einzuführen, zunächst jedoch auf freiwilliger Basis. Mit Blick auf die Bedrohung durch Russland, das kürzlich zahlreiche Einberufungen zum Wehrdienst veranlasste, sei es entscheidend, die Wehrfähigkeit durch Masse und Qualität zu sichern.
Mais betont, die Ausbildung der Soldaten dürfe nicht zu kurz kommen, und Vergleiche mit den verkürzten Ausbildungszeiten in der Ukraine seien gefährlich. Solange keine adäquaten Maßnahmen ergriffen würden, bliebe Deutschland hinter seinen sicherheitspolitischen Anforderungen zurück.

