Zukunft des Stahls: IG Metall fordert klare Entscheidungen beim Stahlgipfel
Die IG Metall sieht im bevorstehenden Stahlgipfel im Kanzleramt eine entscheidende Weichenstellung für die krisengeschüttelte Stahlindustrie Deutschlands. Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, forderte im Interview mit dem Deutschlandfunk, dass konkrete Vereinbarungen zur Unterstützung der Branche getroffen werden. Im Fokus der Verhandlungen stehen Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
Kerner hob hervor, dass besonders der Schutz gegen Billigstahl aus Asien dringlich sei. Die Europäische Kommission beabsichtigt, den europäischen Markt vor günstigen Importen zu schützen. Die Zustimmung des Europäischen Rates sei gefragt, und Deutschland müsse seine Unterstützung klar signalisieren.
Kerners Kritik an bisherigen Schutzmaßnahmen bleibt scharf. Die Lücken in den gegenwärtigen Regelungen seien groß: Über 18 Millionen Tonnen Stahl könnten immer noch importiert werden. Ein angekündigter Industriestrompreis soll Entlastung bringen, jedoch fordert die IG Metall einfache und effektive Umsetzungsregeln. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche verwies darauf, dass solch ein Preis ab Januar 2026 eingeführt werden könnte.
Neben den wirtschaftlichen Regelungen drängt die IG Metall auf klar definierte Wertschöpfungsvorgaben. Investitionen in die Infrastruktur sollten vermehrt unter Einsatz deutschen und europäischen Stahls erfolgen. Nutzen deutsche Steuergelder, so Kerner, solle ein Teil der Produktion auch in Deutschland stattfinden. Ein europäischer Binnenmarkt bedeutet, dass auch ein Teil der Produktion innerhalb Europas stattfinden muss. Die IG Metall sieht hierin Chancen für die Zukunft der Stahlbranche und fordert klare Vorgaben seitens der Politik.

