Zuckersüße Versuchung: Der bittere Nachgeschmack von Softdrinks
Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im renommierten Fachjournal „Nature Medicine“, legt beunruhigende Zahlen vor: 2020 könnten weltweit 2,2 Millionen neue Fälle von Typ-2-Diabetes sowie 1,2 Millionen neue Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit dem Konsum von Limonade, Energydrinks und ähnlichen zuckerhaltigen Getränken in Verbindung stehen.
Studienleiterin Laura Lara-Castor von der Tufts University und ihr Team warfen einen analytischen Blick auf die Global Dietary Database und die Entwicklung des Trinkverhaltens über 30 Jahre in 184 Ländern. Auffällig ist der starke Konsum besonders in Regionen mit niedrigem und mittlerem Einkommen wie Afrika südlich der Sahara und Lateinamerika, wo die verlockende Werbung und steigende Einkommen ihre Wirkung nicht verfehlt haben. In Ländern wie Kolumbien, Mexiko und Südafrika sind solche Getränke besonders begehrt.
Für Deutschland zeichnen die Forscher ein gemischtes Bild: Zwar ist der Anstieg der diabetesbedingten Todesfälle moderat, während die Zahl der Herzerkrankungen rückläufig ist. Trotzdem konsumieren die Deutschen wöchentlich etwa 650 Milliliter dieser süßen Flüssigkeiten. Jüngste Daten deuten zudem auf eine Wiederbelebung des Erfrischungsgetränkekonsums hin.
Vor dem Hintergrund der Studie regen Forscher Maßnahmen wie Gesundheitskampagnen und strengere Werbebeschränkungen an, um dem gesundheitsschädlichen Trend entgegenzuwirken. Auch eine „Limo-Steuer“, wie sie bereits in Großbritannien existiert, könnte den Konsum eindämmen, da sie bewirkte, dass Hersteller den Zuckergehalt ihrer Produkte reduzierten.

