Zuckerrübensaison 2025/26: Nordzucker erwartet turbulente Zeiten
Mit dem Beginn der Zuckerrübenkampagne läutet der Braunschweiger Zuckerproduzent Nordzucker die geschäftigste Zeit des Jahres ein. Den Auftakt der Ernte und Verarbeitung der Rüben macht das Werk in Schladen, gefolgt von weiteren Standorten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Die Kampagne wird voraussichtlich bis Mitte Januar andauern und verspricht trotz ungünstiger Wetterbedingungen während des Frühjahrs ein gutes Ernteergebnis, wie Vorstandschef Lars Gorissen zuversichtlich verlauten ließ.
Die ersten Proberodungen weisen auf eine positive Entwicklung in Deutschland hin, obwohl die endgültige Einschätzung des Zuckergehalts der Rüben noch unklar bleibt. Die kommenden Wochen sind für das Wachstum der Rüben entscheidend, wobei hohe Temperaturen und Trockenheit die Pflanzen in den letzten Monaten unter Druck setzten. Erschwerend kommt das erhöhte Risiko von Pflanzenkrankheiten hinzu, das die Ernte ebenfalls gefährden könnte.
Nach dem Rekordjahr, das Nordzucker zuletzt verzeichnen konnte, wirken sich die großen Zuckermengen direkt auf den Preis aus. Das Geschäftsjahr 2025/26 startete mit einem deutlichen Rückgang des Umsatzes um fast 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und führte zu roten Zahlen. Der Umsatz sank von 692 Millionen Euro auf 603 Millionen Euro, während das operative Ergebnis von einem Gewinn von 124 Millionen Euro auf einen Verlust von sechs Millionen Euro abrutschte.
Der Vertriebschef Alexander Godow sieht die Zuckerpreise sowohl im europäischen als auch im globalen Markt weiterhin stabil auf niedrigem Niveau, was zur angespannten Marktlage beiträgt. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Nordzucker mit einem negativen Ergebnis im unteren zweistelligen Millionenbereich. Mit einem Netzwerk aus 21 Standorten in Europa und Australien und einem breiten Produktspektrum, das Zucker, Futtermittel, Dünger und Energie umfasst, beschäftigt das Unternehmen weltweit 4.100 Mitarbeiter.

