Zollstreit ohne Einfluss auf NATO-Zusammenhalt, sagt Wadephul
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul betont nachdrücklich, dass der aktuelle Zollstreit mit den USA den militärischen Zusammenhalt der NATO nicht beeinträchtige. Laut dem CDU-Politiker gäbe es keinerlei Zweifel an der tiefen Verwurzelung der Vereinigten Staaten im Bündnis und ihrer Verpflichtung zur Verteidigung Europas. Anstatt solche Fragen zu diskutieren, plädiert Wadephul dafür, in Europa gemeinsam für ein starkes Bündnis zu arbeiten.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor im Zuge eines Konflikts um Grönland Sonderzölle gegen Deutschland und andere europäische NATO-Partner angekündigt. Wadephul zeigt sich skeptisch hinsichtlich der Ratifizierung des kürzlich verhandelten EU-Zollabkommens durch das Europaparlament und hält eine Zustimmung in der gegenwärtigen Situation für unwahrscheinlich.
Bei der Frage nach möglichen Gegenmaßnahmen seitens der EU betont Wadephul, dass eine europäische Reaktion notwendig wäre, sollten die US-Sonderzölle tatsächlich in Kraft treten. Der Außenminister unterstreicht die Handlungsfähigkeit der EU und fordert, die politische und wirtschaftliche Stärke Europas stärker zu betonen. Er sieht in Zöllen jedoch ein schädliches Element für die transatlantischen Beziehungen. Ob kurzfristig ein außerordentlicher EU-Gipfel einberufen wird, bleibt laut Wadephul unklar.

