Zollspekulationen belasten Dax: Ein turbulenter Wochenbeginn
Der Dax, das Aushängeschild der deutschen Börse, erlebt einen wackeligen Wochenstart. Der Auslöser sind Befürchtungen um Zölleschwankungen, die durch den anhaltenden Streit um das dänische Grönland angeheizt werden. Nachdem der US-Präsident Donald Trump am Wochenende verkündete, ab dem 1. Februar mit Strafzöllen von zehn Prozent für acht ausgewählte europäische Länder zu reagieren, die ab dem 1. Juni auf 25 Prozent ansteigen sollen, gerät der Markt ins Zittern.
Bereits zu Handelsbeginn rutschte der Dax um bis zu 1,5 Prozent auf rund 24.919 Punkte ab, konnte sich jedoch leicht erholen und notierte zuletzt mit einem dennoch spürbaren Minus von 0,9 Prozent bei 25.064 Punkten. Dabei hatte der Dax in der Vorwoche mit einem Hoch von 25.507 Punkten viele Anleger nochmals an den positiven Jahresauftakt erinnert.
Auch der MDax hielt sich nicht schadlos und blieb 0,8 Prozent im Minus bei 31.648 Punkten, während der EuroStoxx 50 um 1,1 Prozent nachgab. Damit sind die jüngsten Rekordstände erst einmal in die Ferne gerückt.
Eine Lösung im Grönland-Streit könnte die Zölle möglicherweise aufheben, doch bis dahin sind deutsche Automobilaktien wie BMW, Volkswagen und Mercedes stärkeren Schwankungen ausgesetzt und verloren durchweg über drei Prozent. Derweil profitieren Unternehmen wie Rheinmetall, Renk und Hensoldt von den angespannten geopolitischen Verhältnissen.
Einen Lichtblick gab es jedoch bei Bayer, deren Aktien fast acht Prozent gewannen. Der Oberste Gerichtshof der USA hat den Glyphosat-Prozess 'Durnell' zur Prüfung aufgenommen, was die Aktienwirkung des Konzerns nach jahrelangen Rückschlägen stärkt und Hoffnungen erneuert. Auch positiv hervorzuheben ist der Kursanstieg von Gerresheimer nach einer Empfehlung von Oddo BHF. Der Finanzchef des Unternehmens sieht eine günstige Entwicklung der belastenden Faktoren des vergangenen Jahres.
Die kommenden Wochen versprechen neue Entwicklungen: Die EU plant einen Sondergipfel und Analysten wie Thomas Altmann von QC Partners warnen vor einer Eskalation in Form von Zöllen und Gegenzöllen. Doch trotz der ruhigen Lage an den ersten Handelstagen bleibt die Börse unter Spannung.

