Zollsorgen belasten erneut den deutschen Aktienmarkt
Der wieder aufgeflammte Zollstreit hat den deutschen Aktienmarkt zu Wochenbeginn deutlich belastet und auch am Dienstag setzte sich die Abwärtsbewegung fort. Nachdem der Dax bereits am Montag unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten gefallen war, setzte sich die Korrektur fort. Erstmals seit Anfang Dezember unterschritt der Index die 21-Tage-Durchschnittslinie, die als Indikator für den kurzfristigen Trend dient.
Am Ende des Handelstages stand der deutsche Leitindex mit einem Verlust von 1,03 Prozent bei 24.703,12 Punkten. Der Jahresaufschwung, der in der Vorwoche noch zu einem Rekordstand von 25.507 Punkten geführt hatte, ist damit nahezu verpufft. Auch der MDax, der die mittelgroßen Werte abbildet, musste Einbußen verzeichnen und fiel um 1,86 Prozent auf 30.803,23 Punkte. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, verlor 0,57 Prozent und lag bei 5.892,08 Punkten, nachdem er sich zuletzt deutlich über der 6.000er-Marke bewegt hatte.
Der US-Präsident Donald Trump hatte die Stimmung der europäischen Anleger am Wochenende mit der Ankündigung neuer Strafzölle im Zuge des Grönland-Konflikts getrübt. Die Zölle sollen ab Februar verhängt und zum 1. Juni weiter erhöht werden, sofern keine Einigung über den Kauf Grönlands durch die USA erreicht wird. Deutschland und sieben weitere europäische Nato-Länder sind betroffen.
„Das gegenwärtige geopolitische Durcheinander setzt auch am heutigen Handelstag den globalen Märkten zu und veranlasst Investoren, sich von risikobehafteten Anlageformen abzuwenden“, erläutert Christine Romar, Analystin bei CMC Markets. Derzeit sei Gold als sicherer Hafen besonders gefragt. „Dass der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert gewinnt, da amerikanische Anleger verschwinden, ist für die von Zollerhöhungen bedrohten Exporteure im Dax nicht hilfreich“, fügte sie hinzu.

